Tao

Teh

Ching

 


 


Li


Örl

 


Lao


tsu


Vor zweieinhalb Jahrtausenden, zur gleichen Zeit, als Gautama Buddha und Jain Mahavira in Indien ihre Frohbotschaft von der Leidenthaftung verkündeten und Pythagoras in Griechenland den Innenweg zum Göttlichen offenbarte, lebte Li=Örl Lao=Tsu in China seine Lehre vom Tao. Li=Örl wurde im dritten Jahre der Regierung des Kaisers Ting=Wang, im Jahre 604 B.C.E. als Sohn des Bauern Li in K'hüjen in der Provinz Honan geboren. Sein Vorname Ör oder Örl (Ohr) wurde ihm als Sinnbild weisen Lebensgehorsams gegeben. Nach den spärlichen Berichten über sein Leben, die wir dem chinesischen Geschichtsschreiber Si=Ma=Tsien (163-85 B.C.E.) verdanken, führte ihn sein Schicksal früh in die alte Kaiserstadt Lo=Yang im Gebiet des Hoang=ho oder Gelben Flusses, die nicht nur das Zentrum der chinesischen Reichsgründung, sondern schon seit der Shang=Dynastie (1450-1050 B.C.E.) und auch während der Regierungszeit der Tshu (1050-300 B.C.E.) den geistigen Mittelpunkt Chinas bildete.

Li=Örl gelangte hier früh zu Ansehen und schließlich trug ihm sein Vertrautsein mit den Lehrern der Frühzeit und ihren Werken das Amt des Geschichtsschreibers der Archive der Tshu, später das des Reichsarchivars und Staatsbibliothekars sowie den ehrenden Beinamen Lao=Tse (Lao oder Lau = alt. Tse, Dsi oder Tsu = Weiser, Meister, also Der alte Weise. Nach seinem Tode wurde er Lao=Dan Ehrwürdiger Weisheitslehrer genannt) ein. Sein Streben galt nicht dem äußeren, sondern dem inneren Leben. Nur wenige wußten, dass seine äußere Einsamkeit und bescheidene Zurückgezogenheit Berger und Verberger seiner inneren All-Gemeinsamkeit war, seines Erwachtseins zum Tao.

Solange Lao=Tse in Lo=Yang wirkte, schrieb er nichts was über den Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit hinausging. Nur wenige Schüler, die er selbst auswählte und die gleich ihm zu schweigen wußten, leitete er auf den Weg nach innen. Wir würden von seinem Wirken nichts wissen, erwiese ihn nicht sein Tao=Teh=Ching als Mystiker, in dem irgendwann in der Mitte seines Lebens das innere Licht allerhellend aufstrahlte: Wie unterm Bodhi-Baum dem Königssohn Gautama die Erleuchtung zuteil ward, die ihn zum Buddha, zum Erwachten werden ließ und wie in vielen Weisen und Vollendeten vom Urbeginn aller Zeiten an gleichermaßen das innere Licht aufflammte, so erschloß sich auch Li=Örl in der Sternstunde seines Lebens der All-Eine, bis er in der Seligkeit des Selbst-Erwachens Lao=Tsu wurde, der sich selber Weg und Ziel ward. Tao, Nirwana, das Reich Gottes - alles ward ihm zu einem, zum Einen: 


"Wahrlich, wir sind eins! Teil ward Ganzes. Leere ward Fülle. Den Wunschbefreiten erfüllt Leben. Geeint bin ich dem überseienden Nicht=Sein. Ich bin erwacht! Nicht umsonst war dieses Dasein. Ich habe zum Leben heimgefunden - zum Tao. Wahrlich: Wer im Lichte steht, sieht alles erleuchtet. Wer zum Tao erwacht, hat das Leben!"


Von da an ist Lao=Tsu innerlich ein anderer. Nach außen hin aber blieb er, was er war: der weise Verwalter der Überlieferungen seines Volkes, der beste Kenner der charakter- und geschichtsbildenden Kräfte, dessen Rat auch der Kaiser schätzte und dessen Ruf sich über das ganze Reich verbreitete.

In der geschichtlichen Begegnung mit dem des größten chinesischen Philosophen und Morallehrer, Kung=Tse (Konfuzius), die der Überlieferung nach um 517 B.C.E stattfand als Lao=Tsu in seinem 87) Lebensjahr stand und Kung=Tse im sechsten Jahrzehnt seines Daseins, hatte Kung=Tse den Weisen aufgesucht, um sich von ihm über gewisse Morallehren der alten Philosophen unterrichten zu lassen und ihm seine eigenen Ansichten zu unterbreiten. Bekannt ist die Antwort, die Lao=Tsu ihm gab:  

"Die Philosophen, von denen Du sprichst, sind längst verwest, wenn auch ihre Lehren als Ausdruck ihrer Zeit uns geblieben sind. Was zu wissen ist, ist zeitlos. Wenn die Verantwortlichen ihrer Zeit gerecht werden, sind sie Führer und ein Segen für ihr Volk; wenn nicht, bleiben sie Getriebene, die Fortschritt und Vollendung der Menschen aufhalten. Vergeblich jeder Versuch, Menschen und Völker durch äußere Reformen zu ändern. Zähme darum Deine Eitelkeit, laß fahren Dein fahrläßig Wissen! Laß ab vom Trug der schönen Programme, die dem Volke nicht helfen! Das Volk erneuert sich aus sich selbst, wenn es frei sich selbst regiert. Der Mensch veredelt sich selbst durch sein Selbst: durch das ihm innewohnende Streben nach Selbstverwirklichung. Alles übrige ist eitel und unnütz."

Kung=Tse, der den alten Weisen so aufgewühlt verließ, dass er drei Tage lang kein Wort sprach, berichtete später seinen Schülern von dieser Begegnung: "Der Vogel fliegt, der Fisch schwimmt, das Tier läuft - jedes auf seine Weise. Nun aber gibt es Drachen, von denen niemand weiß, wie sie zum Himmel aufsteigen. Als ich mit Lao=Tsu sprach, erkannte ich in ihm einen Drachen, der sich zu den höchsten Himmeln der Weisheit erhebt." Was Lao=Tsu, der Mystiker und 'Drache' - in der chinesischen Mythologie ist der Drache das Symbol göttlicher Weisheit - dem Philosophen bedeutete, ist dies:

"Dein Weg ist der Weg der Menschen; mein Weg ist der des Himmels. Ihn gehen heißt zum Frieden finden und zur Vollendung. Dein Weg entspringt der Zeitlichkeit und endet in ihr. Mein Weg führt vom Zeitlosen zum Ewigen: Zur Erfüllung des Sinns des Lebens. Dein Weg ist der Weg der Geschäftigkeit. Mein Weg ist der Weg des Nicht-Tuns, bei dem nichts ungetan bleibt: Der Weg der Stille und Ruhe, aus dem das rechte Bewegtsein entspringt."


Kung=Tse verdankte der Berührung mit Lao=Tsu das Wachwerden für das Geheimnis der Stille. Zweifellos datiert von da an die von Tschuang=Tse erwähnte innere Wandlung des Philosophen, von der an sich seine Lehren der Weisheit des Lao= Tsu merklich näherten, wenn er auch nicht die Vollendung und Erkenntnishöhe des Erleuchteten erreichte. Denn Kung=Tse blieb was er war - der aktive Morallehrer, der, an der Oberfläche haftend, das äußere Leben zu erneuern trachtet -, während Lao=Tsu, der kontemplative Mystiker, in die Tiefe und bis zum Kern vordringt. Darum weist er die Menschen zum Wesentlichen, das ewig ist, und verhilft ihnen zum einzig möglichen und nützlichen Gewinn in der Zeitlichkeit: Zum Selbst-Gewinn, mit dem auch das All-Selbst gewonnen ist. Da der Mystiker zeitlos ist, ist auf die geschichtliche Stellung und Bedeutung Lao=Tsu's hier nicht einzugehen. Der Weise lebt in seiner Zeit und Welt; aber er wurzelt nicht in ihr, sondern im Ewigen. Seine Weisheit leuchtet darum über alle Zeit hinweg als Wegweisung zum Wachwerden für die Wirklichkeit und das Sein hinter allem Schein und Sinnentrug der Zeitlichkeit. Es wundert nicht, dass Lao=Tsu nur einzelne Schüler und Nachfolger fand, während Kung=Tse dreitausend Schüler zählte. Im Gegensatz zum Philosophen hatte Lao=Tsu kein Verlangen eine Schule zu gründen und seine Erkenntnisse zu verbreiten. Er antwortete nur, wenn er gefragt wurde und gab denen, die ihn darum baten von seiner Weisheit; im übrigen aber schwieg er im Blick darauf, dass letztlich jeder selbst - vom eigenen Selbst her - zur Wirklichkeit erwachen muss und dass dieses Erwachen nicht von außen her bewirkt oder beschleunigt werden, sondern nur dort gefördert werden kann, wo das Verlangen danach bereits entbrannt ist.

Trotz dieser Zurückhaltung wurde dem Mystiker auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst die Ruhe und Abgeschiedenheit missgönnt, weshalb sich Lao=Tsu einige Jahre nach dem Gespräch mit Kung=Tse zum Gang in die Heimatlosigkeit entschloß. Es wird berichtet, dass er den Wanderstab nahm und über die Grenze Honans nach Westen ging. Beim Überschreiten des Gebirgspasses bat ihn der Kommandant der Grenzfeste, Jin=Hi, der zu Lao=Tsu's Schülern zählte und seinen Lehrer durch die feierliche Überreichung einer Schale mit Tee begrüßte und ehrte, der Weise möge ihm vor seinem Scheiden eine Darstellung des Weges zur Vollendung überlassen. Lao=Tsu entsprach der Bitte und schrieb in der Einsamkeit der Berge den Tao=Teh=King (Die Tugenden der Weisen) in der ihm eigenen lapidaren Kürze in neun mal neun Sprüchen nieder. Er übergab das Werk dem Freunde als sein Vermächtnis, um danach seine Reise fortzusetzen und der Urheimat näher zu kommen, in die er zwischen dem 90) und 95) Lebensjahr zurückkehrte. "Niemand weiß, wo er geendet", sagt der Geschichtsschreiber Si=Ma=Tsien ...



Lao = Tsu




 

Der folgende Text ist eine eigenständige Übertragung
des Tao Teh King von Laotse durch Regina Svoboda

Für die Übertragung wurde die Übersetzung von Richard Wihelm, Ausgabe Jena 1921 genützt


© Regina Svoboda

Quelle:
http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?t=28230

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Die Einheit
Die Trennung
Das Benden der Trennung
Der Ursprung
Das Opfer
Der Eine Geist
Die Ursache
Die Liebe
Die Begrenzung
Die Kraft des Einen Geistes
Die Ordnung der Schöpfung und der Lehre
Die Illusion
Die Gnade
Der Eine
Die LEHRE der LEERE

Die Verbundenheit
Die Wirkung
Der Bund
Das Volk
Die Freiheit
Der geheime Name
Das leere Gefäß
Die Befreiung
Die Leichtigkeit
Die Größe Gottes
Das Kreuz
Die Lehre

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53)
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Die Glieder
Die Hingabe
Die Herrschaft
Das Bewusste und das Unbewusste
Der Kreis
Das Außen und das Innen
Die Wirkung von Bewusst und Unbewusst
Das verbindende Element
Die Anbindung an das Kreuz
Die Selbstgestaltung der Schöpfung
Das Eintreten in die Schöpfung
Die Materie
Die Wahrheit
Das Maß aller Dinge
Individualität
Die Ausrichtung der Schöpfung
Die Aus-Richtung zur Selbsterkenntnis
Die Ursache der Ausrichtung
Die Auswirkung der Ausrichtung
Die wahre (zur Wahrheit führende) Ausrichtung
Der Weg
Der Wille zur Verbundenheit
Der Widersacher des Lebens
Das Gebot der Achtsamkeit
Das Fahrzeug
Das Richtmaß
Das Verfehlen der Ausrichtung
 

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56
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58)
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72)
73)
74)
75)
76)
77)
78)
79)
80)
81)

Die unsichtbare Reife
Das Bewusst_sein
Das Gesetz
Der Herr des Hauses
Die Allmacht
Das Gleichgewicht
Der Verlust
Die gute Nachricht

Der
Widerstand
Die Bestimmung (der Lehre)
Das Wirken (der Lehre)
Die Dichotomie (der Lehre)
Das Vertrauen (in die Lehre)
Das Ziel (der Lehre)
Das (An-)Erkennen (der Lehre)
Worte (der Lehre)
Die Katharsis/Das reine Gewand
Die Nächstenliebe
Die Angst
Das Überwinden der Angst
Das Entsagen
Die Empfindsamkeit
Die Auswirkung der Empfindsamkeit
Die Wahrheit der Erscheinungsform
Die Einheit aller Erscheinungsformen
Die Genügsamkeit
Die Befreiung (durch die Lehre)

 
 
 
 
Die Einheit
 
(1)
Die Empfindung,
die man empfindet,
ist nicht ewig.
 
Die Wahrnehmung,
die man wahrnimmt,
ist nicht von Dauer.
 
Der Name,
den man nennen kann,
ist nicht der ewige Name.
 
Erst JENSEITS des Wahrnehmbaren,
Empfindbaren,
Nennbaren
liegt der Ursprung der Welt.
 
Denn vor dem Anbeginn der Welt,
gibt es NICHTS,
das empfunden werden könnte.
 
Denn vor dem Anbeginn der Welt,
gibt es NICHTS,
das wahrgenommen werden könnte.
 
Denn vor dem Anbeginn der Welt,
gibt es NICHTS,
das genannt werden kann.
 
 
Jenseits des Anbeginns
liegt die Ursache der Schöpfung.
Jenseits aller Erscheinungsformen
liegt der Ursprung alles Erschaffenem.
 
 
Da alle Kräfte DORT Ihren Anfang nehmen,
führt der Weg in den EINEN Ursprung
zum Schauen der ursprünglichen Kräfte.
 
Mit dem Eintreten in den (eigenen) Ursprung,
wird das Wesen von Raum und Zeit (der Erfahrung) geschaut.
 
Beides hat EINE Ursache,
doch verschiedene Ausrichtungen.
Die EINHEIT VON BEIDEM
ist das große Geheimnis.
 
Dieses Geheimnis ist nicht ergründbar,
da es ohne Ursache ist.
Wäre das Geheimnis ergründbar,
offenbarte es sich auf diese Weise
nur als Urgrund eines noch größeren Geheimnisses.
 
Die letzte Ursache kennt keinen Verursacher,
denn sie ist selbst die Pforte der Offenbarwerdung aller Kräfte.
 
 

 
 
 
 
 
Die Trennung
 
(2)
Wenn etwas auf Erden schön genannt wird,
ist dadurch auch schon das Hässliche definiert.
 
Wenn jemand etwas als gut erkennt,
dann erkennt er mit dem, was gut ist,
auch dessen Gegenteil.
 
Sein und Nichtsein erzeugen einander auf diese Weise.
 
Die Trennung in gut und nicht gut,
schön und hässlich,
führt zur Erfahrung auf diese Weise.
 
 
Wo ein schwer, da ein leicht,
wo ein lang, da ein kurz,
wo ein hoch, da ein tief,
wo ein vorher, da ein nachher,
wo eine Stimme, da ein Ton.
 
Das ist das Wesen der Erfahrung.
 
 
Wo eine Wirkung, da eine Handlung.
Wo ein Handelnder, da ein Wirkung.
 
Das ist der Kreislauf der Erfahrung.
 
 
 
Auch der Berufene wirkt und handelt,
doch er verweilt nicht darin.
Auch der Berufene lehrt und spricht,
doch er verweilt nicht darin.
 
Keiner Erscheinungsform verweigert er sich, sobald sie sich zeigt.
 
Auf diese Weise erzeugt er, ohne zu besitzen,
auf diese Weise bewirkt er, ohne zu behalten.
 
Er verweilt nicht bei dem, was er erschaffen hat
und er verharrt nicht bei dem, was er bewirkt hat.
 
Auf diese Weise bleibt der Berufene nicht hinter seiner Berufung zurück.
 
  
 
 
Das Beenden der Trennung
 
(3)
Das,
was für einen selbst von Bedeutung ist,
nicht hervorzuheben
und dadurch das,
was für einen nicht von Bedeutung ist,
zurück zu weisen.
 
Den,
der für einen selbst von Bedeutung ist,
nicht zu bevorzugen
und dadurch den,
der für einen nicht von Bedeutung ist,
zurück zu weisen.
 
An etwas,
das für einen selbst von Bedeutung ist,
nicht festzuhalten,
sondern bereit zu sein das,
was für einen selbst von Bedeutung ist,
loszulassen.
 
 
An einem,
der für einen selbst von Bedeutung ist,
nicht anzuhaften,
sondern bereit zu sein den,
der für einen selbst von Bedeutung ist,
frei zu geben.
 
 
Solcher Art Denken und Handeln
beschützt der Menschen Herz vor Verwirrung,
der Menschen Gedanken vor Streit
und der Menschen Auge vor der Begierde.
 
 
Da der Berufene das Wesen und die Auswirkung der Trennung erkannt hat,
zähmt er so seine Gedanken, sein Auge und sein Herz.
 
Auf diese Weise bewirkt er,
dass der Menschen Herz sich durch Ihn nicht verwirrt
und sie aus Ihrer eigenen Kraft zu schöpfen lernen.
 
Auf diese Weise bewirkt er,
dass der Menschen Auge nicht weiter begehrt
und sie durch sich selbst stark werden.
 
Auf diese Weise bewirkt er,
dass der Menschen Gedanke sich bezähmt
und sie so nicht mehr hervorheben oder anhaften und danach handeln,
da sie zu erkennen beginnen,
was diese Art des Denkens und Handelns bewirkt.
 
 
 
Sie üben sich dann darin Ihr Herz zu zügeln,
da sie lernen aus Ihrer eigenen Kraft zu schöpfen.
 
Sie üben sich dann darin Ihre Begierde zu bezähmen,
da sie begehren, was in Ihnen selbst liegt.
 
Sie üben sich dann darin Ihre Gedanken zu bezähmen,
da sie nicht mehr hervorzuheben oder zu erniedrigen suchen,
was in Ihnen selbst ist.
 
 
So fügt sich alles in die Ihr innewohnende Ordnung ein.
 
 
 
 
  Der Ursprung
 
(4)
Die Trennung umfasst
alles Bestehende, alles Erfahrbare und alles Existente.
 
Sie umfasst somit das, was das Materielle genannt wird ebenso,
wie das, was das Innmaterielle genannt wird.
 
 
Die Einheit ist daher niemals zur Gänze erfahrbar.
 
Weder durch das, was das Materielle genannt wird,
noch durch das, was das Innmaterielle genannt wird.
 
 
Ohne Gebärmutter ist der Ursprung
aller Erscheinungsformen,
der Urgrund der Trennung selbst.
 
Sie, die Quelle,
vermindert sich, sobald sie aus sich heraustritt.
 
Sie, die Gebärende,
opfert Ihren Glanz, indem sie gebärt.
 
Sie, die Erschaffende,
gibt sich selbst hin, sobald sie sich offenbart.
 
Niemals wird sie als das, was sie ist,
hervortreten,
niemals als das, was sie ist,
erfahren werden,
niemals als das, was sie ist,
gesehen werden.
 
 
Und doch ist sie wirklich!
Sie ist DAS EINZIGE, das WIRKLICH und WAHR ist(!).
 
 
Nichts gibt es, das sie begründet.
Nichts gibt es, von dem sie abhängt.
Nichts gibt es, das sie begrenzt.
 
Sie schreitet der Sichtbarwerdung Ihrer Schöpfung voran.
 
Auf diese Weise sind
die Quelle, die Schöpfung und der Höchste in Ewigkeit eins.
 
 
 
 
Das Opfer
 
(5)
Nicht Liebe nach Menschenart hat das Seiende.
Dem Seienden sind die Geschöpfe ein Opferbrand.
Nicht Liebe nach der Menschen Vorstellung hat der Berufene.
Er sieht in allen Geschöpfen das Opfer und den Opferbrand.
 
Das, was getrennt wurde,
erkennt er als einen Feuerofen.
Das Opfer, das hineingegeben wird, ist sein Blasbalg.
 
Das, was nicht geopfert wurde,
da es nicht getrennt wurde, verbrennt auch nicht
und das, was geopfert wurde,
da es getrennt wurde, wird darin verbrannt.
 
Das, was getrennt wurde, gleicht einer Flöte.
Nichts wird in sie hineingegeben und doch kommt Bewegung aus Ihr hervor.
Da nichts geopfert wurde, vermindert sie sich nicht,
da sie in sich leer ist, wird nichts in Ihr verbrannt.
 
Alle Worte erschöpfen sich
an der Beschreibung des niemals Geborenen.
Da das Innerste Sein niemals getrennt wurde,
ist es besser,
dies im Innersten selbst zu erfahren.
 
 
 
 
 Der Eine Geist
 
(6)
Der EINE Geist,
der keiner Begründung unterliegt und doch alles begründet,
ist ewig.
 
Der EINE Geist,
der von niemanden abhängt und doch eine Bewegung definiert,
ist dauerhaft.
 
Der EINE Geist,
der keiner Begrenzung unterliegt und doch alles begrenzt,
ist unbewegt.
 
Der EINE Geist,
der nicht gesehen werden kann und doch alles in Erscheinung treten lässt,
bleibt ungesehen.
 
DER EINE GEIST,
das ist das ewig Weibliche,
da das Weibliche Ihn offenbart.
 
So ist er der Geburtskanal
von allem, das existiert.
 
So ist er die Wurzel
von allem, das heranwächst und vergeht.
 
Begründet wird er durch das, was da ist.
Unbegründet ist er durch das, was er ist.
 
Bewegt wird er durch seine Teile,
unbewegt ist er durch das, was er ist.
 
Gesehen wird er durch seine Teile,
ungesehen bleibt er durch das, was er ist.
 
NICHTS gibt es, das sich seinem Wirken entziehen kann.
 
 
 
 
Die Ursache
 
(7)
Das was die Ursache der Trennung
von Himmel und Erde ist,
ist ewig.
Das was der Himmel und die Erde ist,
unterliegt der Form und der Zeit.
 
Da die Ursache von dem,
was der Himmel ist,
nicht der Himmel ist,
ist die Ursache von dem,
was der Himmel ist,
ewig,
doch das,
was die Form und die Zeit des Himmels ist,
ist nicht ewig.
 
 
Da die Ursache von dem,
was die Erde ist,
nicht die Erde ist,
ist die Ursache von dem,
was die Erde ist,
ewig,
doch das,
was die Form und die Zeit der Erde ist,
ist nicht ewig.
 
 
Daher ist die Ursache des Lebens ewig,
da sie nicht in der Zeit
als Form in Erscheinung tritt.
 
Doch das Leben,
da es in der Zeit
als Form in Erscheinung tritt,
ist nicht ewig,
da es Form hat
und in Erscheinung tritt.
 
Alles was in Erscheinung tritt
begründet so sein Ende
DURCH SEINEN ANFANG.
 
Das was nicht in Erscheinung tritt
ist die Ursache der Erscheinung.
 
Sie liegt vor dem, was der Anfang ist
und hinter dem, was das Ende ist.
 
 
  
Die Ursache der Erscheinungsform ist somit EINS
mit dem Anfang und dem Ende Ihrer Erscheinungsform.
 
Daher liegt die Ursache jeder Erscheinungsform
in Ihrem Anfang und in Ihrem Ende verborgen.
 
 
 
So auch das Wirken des Berufenen:
 
Die Ursache seines Wirkens bleibt in seinem Anfang und in seinem Ende verborgen.
 
Er selbst unterliegt der Zeit,
doch die Ursache seines Wirkens ist zeitlos.
Er selbst unterliegt der Erscheinungsform,
doch die Ursache seiner Erscheinungsform ist ohne Form.
 
Auf diese Weise wird sein Wirken
in jeder Erscheinungsform und Zeit wiedererkannt.
 
Da er in die Ursache seines eigenen Anfanges
und seines eigenen Endes eingetreten ist,
vermag er dies zu bewirken.
 
 
 
 
Die Liebe
 
(8)
Die höchste Liebe/Güte ist wie Wasser,
da sie sich über alle Wesen ausgießt.
 
Sie gießt sich (selbst) aus
ohne zu bemessen,
ohne zu bewerten,
ohne zu richten.
 
 
Sie gießt sich (selbst) aus über die Gemiedenen und die Bevorzugten.
Sie gießt sich (selbst) aus über die Erniedrigten und die Erhöhten.
Sie gießt sich (selbst) aus über die Verurteilten und die Verehrten.
 
 
Die höchste Liebe/Güte meidet nichts,
sonst wäre sie nicht das, was sie ist.
Die höchste Liebe/Güte erniedrigt nichts,
sonst wäre sie nicht das, was sie ist.
Die höchste Liebe/Güte richtet nicht,
sonst wäre sie nicht das, was sie ist.
 
 
Die höchste Liebe/Güte kennt keine Begründung und keinen Boden (Ursache),
da sie selbst die Pforte der Offenbarwerdung aller Kräfte ist.
 
 
Wirkt die Liebe in und auf ein Geschöpf,
zeigt sie sich durch Raum und Zeit begrenzt.
Wirkt die Liebe in und auf das Denken,
zeigt sie sich in der Tiefe der Gedanken.
Wirkt die Liebe in und auf das Geben,
zeigt sie sich in Ihrer Erscheinungsform.
Wirkt die Liebe in und auf die Rede,
zeigt sie sich als Wahrheit in der Rede.
Wirkt die Liebe in und auf die Bewegung,
zeigt sie sich als ordnendes Prinzip.
Wirkt die Liebe durch sich selbst,
zeigt sie sich in Ihrem Glanz.
Wirkt die Liebe in und auf die Ordnung,
offenbart sie sich als Verursacher.
 
 
Wird sie in einer dieser Wirkungen als Gabe gefordert,
wirkt sie in sich begrenzend.
Wird sie in keiner dieser Wirkungen als Gabe gefordert,
ist sie ohne Begrenzung.
 
 
 
 
Die Begrenzung
 
(9)
Alles was gefüllt werden kann,
hat seine Begrenzung durch das,
was es zu fassen vermag.
Wenn die Grenze des zu Füllenden erreicht ist,
kann nichts mehr hinzugegeben werden.
 
Etwas das von Nutzen ist,
hat seine Begrenzung durch das,
wofür es von Nutzen ist.
Dort, wo es nicht mehr von Nutzen ist,
da seine Zeit vorüber ist,
kann es nicht mehr dienen.
 
Reichtum dient nur dem, der Ihn erkennt.
Für den, der Ihn nicht erkennt,
ist er nicht von Nutzen.
 
 
 
Das Gefäß, das nicht mehr gefüllt werden kann,
weil nichts mehr hinzugegeben werden kann,
zeigt IN SICH seine Begrenzung.
 
Der Sinn, der nicht mehr dienen kann,
da die Zeit seines Nutzens vorüber ist,
zeigt IN SICH seine Begrenzung.
 
Der Reichtum, der nicht gesehen werden kann,
da er nicht wahrgenommen werden kann,
zeigt IN SICH seine Begrenzung.
 
 
So wird die Fülle begrenzt durch das Gefäß.
So wird der Sinn begrenzt durch die Zeit.
So wird der Reichtum begrenzt durch den, der Ihn erkennt.
 
 
Das Gefäß beschränkt die Fülle
und bewirkt, dass die Fülle endet.
Die Zeit beschränkt den Sinn
und bewirkt, dass der Sinn endet.
Der Suchende beschränkt den Reichtum
und bewirkt, dass der Reichtum
sich nicht offenbaren kann.
 
 
 
 
Die Kraft des EINEN Geistes
 
(10)
Wer durch die Kraft
des in sich heilen Geistes,
die Einheit von allem als Wirklichkeit erfährt,
der wird die Trennung
aller Erscheinungsformen
durch den eigenen Geist vermeiden.
 
 
Wer durch die Kraft
des in sich heilen Geistes
zum Ursprung (in sich selbst) zurückkehrt,
der wird im Außen erscheinen
wie ein Kind.
 
Wer mit der Hilfe
des in sich heilen Geistes
in das Wesen aller Erscheinungsformen eintaucht,
der wird durch die Illusion der Trennung
nicht mehr zu täuschen sein.
 
 
Der eine Geist,
der über allem ist und in Allen ist,
kann nur über allem sein und in Allen sein,
da er sich niemals geteilt hat,
und von keiner Erscheinung jemals getrennt wurde.
 
Daher ist der EINE GEIST,
das EINE Bewusstsein
IN ALLEM.
 
Daher ist der EINE GEIST,
das EINE Bewusstsein
MIT ALLEN.
 
Daher kann der EINE GEIST,
das EINE Bewusstsein,
da es niemals geteilt wurde,
ALLES DURCH SICH SELBST
verbinden.
 
AUF DIESE WEISE WIRKT
DIE EINE QUELLE
MIT, IN UND DURCH DEN HEILEN GEIST,
DAS EINE BEWUSSTSEIN,
da der EINE GEIST
niemals von DEM EINEN getrennt wurde,
das die Quelle ist.
 
 
 
 
Durch DIESE EINHEIT
des EINEN und des EINEN GEISTES
 
DER ÜBER ALLEM IST,
IN ALLEN IST,
und ALLES DURCH SICH SELBST VERBINDET,
 
wirkt der EINE
IN ALLEM, MIT ALLEN UND DURCH ALLES,
 
ohne selbst zu handeln
oder in Erscheinung zu treten.
 
 
Wenn der Eine aus sich selbst heraustritt,
mag dieser Eine, wohl gebend sein.
 
Wenn der Eine in sich selbst zurückkehrt,
mag dieser Eine, wohl empfangend sein.
 
Doch wer mit klarer Sicht auf diesen Vorgang
des Gebens und Empfangens blickt,
der sieht sie als Erscheinungsform der Trennung.
 
 
Auf diese Weise ist DER EINE,
durch das was er ist,
alles erschaffend, ohne selbst zu erschaffen.
 
Auf diese Weise ist DER EINE,
durch das was er ist,
alles empfangend, ohne selbst zu empfangen.
 
Auf diese Weise ist DER EINE,
durch das was er ist,
alles ernährend, ohne selbst zu ernähren.
 
Auf diese Weise ist DER EINE,
durch das was er ist,
in allem wirksam, ohne selbst zu wirken.
 
Auf diese Weise ist DER EINE,
durch das was er ist,
alles verbindend, ohne selbst zu binden.
 
Auf diese Weise ist DER EINE,
durch das was er ist,
über allem, ohne selbst zu herrschen.
 
 
 
 
Die Ordnung der Schöpfung und der Lehre
 
(11)
Die Dreiheit
in der Ordnung und der Lehre
entsteht durch die Teilung des Einen,
dem unterschiedlichen Ausrichten seiner Anteile
und dem erneuten Verbinden von dem,
was getrennt wurde.
 
So gleicht die Ordnung und die Lehre einem Rad,
da diese Anteile sich unterschiedlich ausrichten,
um sich erneut als Kreuz in einem Kreis zu binden.
 
Verzehnfacht
kann die Ordnung und die Lehre
so in Erscheinung treten
und doch bleibt sie
in Ihrer Mitte leer.
 
 
Die Ausrichtung Ihrer (An)Teile
zu einer gemeinsamen Mitte hin,
die leer ist,
bestimmen die Brauchbarkeit
der Ordnung und der Lehre.
 
Doch auch die Leere zwischen den (An)Teilen,
durch Ihre unterschiedliche Ausrichtung,
bestimmen die Brauchbarkeit
der Ordnung und der Lehre.
 
Bewahrt die Ordnung und die Lehre
die Leere nicht
IN SICH und ZWISCHEN SICH,
zerbricht die Ordnung und die Lehre.
 
 
 
(Die Ordnung und die Lehre zeigen sich so als Rad, als Gefäß und als Haus.)
 
 
(I)
Durch die Ausrichtung des Rades,
zu einer gemeinsamen Mitte hin,
die in sich LEER ist,
gewinnt das Rad seine Festigkeit.
 
Doch auch die Leere IM RAD,
durch seine Anteile,
da sie sich gegensätzlich ausrichten und so getrennt erscheinen,
bestimmen die Festigkeit des Rades.
 
 
 
 
 
Aus dem, wo das Rad NICHT IST,
gewinnt das Rad seine Brauchbarkeit.
 
Durch die Leere des Rades
IN SICH und ZWISCHEN SICH
und die gegensätzliche Ausrichtungen seiner (An)Teile,
zu einer gemeinsamen Mitte hin,
die in sich leer ist,
gewinnt das Rad seine Festigkeit.
 
Bewahrt das Rad die Leere nicht IN SICH und ZWISCHEN SICH,
vermag das Rad keine Last zu tragen.
 
 
 
(II)
Wenn man ein Gefäß formt, kann man dies nur tun,
wenn man den Lehm zu einer gemeinsamen Mitte hin ausrichtet,
die in sich LEER ist.
 
Durch die Ausrichtung des Lehmes
zu einer gemeinsamen Mitte hin,
die in sich LEER ist,
gewinnt der Lehm seine Brauchbarkeit.
 
Doch auch die Leere IM Lehm, als Öffnungen,
bestimmen die Brauchbarkeit des Gefäßes.
 
Aus dem, wo der Lehm NICHT IST,
gewinnt der Lehm seine Brauchbarkeit.
 
Bewahrt das Gefäß die Leere nicht
IN SICH und ZWISCHEN SICH,
kann das Gefäß nicht gebraucht werden.
 
 
 
(III)
Wenn man ein Haus baut, kann man dies nur tun,
wenn man die Bausteine zu einer gemeinsamen Mitte hin ausrichtet,
die in sich LEER ist.
 
Durch die Ausrichtung der Bausteine
zu einer gemeinsamen Mitte hin,
die in sich LEER ist,
gewinnt das Haus seine Brauchbarkeit.
 
Doch auch die Leere zwischen den Bausteinen,
zu Öffnungen, wie Türen oder Fenster,
bestimmen die Brauchbarkeit des Hauses.
 
 


Aus dem, wo die Bausteine NICHT SIND,
gewinnt das Haus seine Brauchbarkeit.
 
Bewahrt das Haus die Leere nicht IN SICH und ZWISCHEN SICH,
kann das Haus nicht bewohnt werden.
 
 
 
Das was IST/genannt werden kann,
erhält seine Brauchbarkeit,
in dem es sich nach dem,
was nicht ist/nicht genannt werden kann,
ausrichtet.
 
Das was IST/genannt werden kann,
verliert es seine Brauchbarkeit,
wenn es sich nicht nach dem,
was nicht ist/nicht genannt werden kann,
ausrichtet.
 
Das was NICHT ist, NICHT genannt werden kann,
erhält seine Brauchbarkeit,
indem sich das,
was ist, genannt werden kann.
nach Ihm ausrichtet.
 
 
 
 
Die Illusion
 
(12)
So wie die Farben bewirken,
dass das eine Licht,
das in allen Farben ist,
nicht als das eine Licht gesehen werden kann,
so bewirkt die Trennung des einen Lichtes
in seine Farben,
dass das Auge blind ist,
für das eine Licht, das in allen Farben ist.
 
So wie die Laute bewirken,
dass der eine Ton,
der in allen Lauten ist,
nicht als ein Ton gehört werden kann,
so bewirkt die Trennung des einen Tones
in seine Laute,
dass das Ohr des Menschen taub ist,
für den einen Ton, der in allen Lauten ist.
 
So wie die vielen Arten des Geschmackes bewirken,
dass das EINE, das von der Zunge berührt wird,
nicht als EINES geschmeckt werden kann,
so bewirkt die Trennung des Einen,
das von der Zunge berührt wird,
durch die vielen Arten, wie es geschmeckt werden kann,
dass die Zunge geschmacklos ist,
für das Eine, dass sie berührt
obgleich es alle Arten, es zu schmecken, hervorbringt.
 
 
Nur das IN SICH GETRENNTE
kann von den Sinnen aufgenommen werden.
Dieses bewirkt,
dass das Eine, das IN ALLEM ist,
nicht mit den Sinnen aufgenommen werden kann.
 
 
Die Einheit von Allen und in allem
wird mit der Auftrennung
durch die Sinne
unsichtbar für den,
der es durch die Sinne zu erfassen sucht.
 
Durch die Wahrnehmung des Einen
mit den Sinnen
und die Teilung des Einen
durch die Sinne,
folgt der Mensch der Illusion der Trennung.
 
Auf diese Weise wird er von seinen Sinnen verführt.
 
 
 
 
 
Das, was nur unvollständig erfasst werden kann,
da es nur unvollständig wahrgenommen werden kann,
verwirrt den Menschen und leitet Ihn fehl.
 
 
 
Das ist für den Berufenen nicht anders,
doch der Berufene weiß das!
 
Daher lässt der Berufene sich nicht durch seine Sinne verwirren.
 
Stets dient er dem Einen,
das die Sinne ernährt,
und nicht dem,
was die Sinne von dem Einen hervorbringen.
 
Auf diese Weise durchbricht er den Kreislauf der Wandlung.
 
 
Was immer die Sinne Ihm an Botschaft über den Einen bringen,
der Berufene achtet nicht darauf.
 
Er achtet nicht den Boten (die Sinne)
und er sieht nicht auf die Botschaft (die Wahrnehmung),
da Ihr Wesen die Trennung ist,
sondern einzig auf den Einen,
der die Botschaft versendet
und auf das Eine,
das die Botschaft durch diese Sinne ernährt.
 
So folgt er der Ursache
und nicht der Schöpfung.
So sieht er die Quelle
und nicht das Wasser,
obgleich es sich zeigt.
 
Auf diese Weise öffnet sich Ihm
der Prozess der Wandlung
und der Ursprung der Wandlung
wird Ihm offenbar.
 
Nicht lässt er sich durch seine Sinne verwirren.
 
Weder leitet Ihn der Bote,
noch die Botschaft,
sondern einzig der EINE,
der die Botschaft aussendet
und das EINE,
das die Botschaft in Ihm ernährt.
 
 
 
 
Die Gnade
 
(13)
Die Gnade erscheint durch die Illusion vermindert.
Das ist die Beschreibung der Auswirkung der Illusion
auf die Gnade.
 
Die Illusion wird in Ihrer Auswirkung durch die Gnade gemindert.
Das ist die Beschreibung der Auswirkung der Gnade
auf die Illusion.
 
Die Person erschrickt, den sie erscheint vermindert.
 
Was heißt das:
"Die Illusion wird in Ihrer Auswirkung durch die Gnade gemindert"?
 
Die Gnade rückt die Person an die richtige Stelle.
 
Man kann Gnade nicht durch seine eigene Person erwerben.
Man bekommt sie geschenkt
und ist über die Größe des Geschenkes erschrocken.
 
Man kann Gnade nicht durch seine eigene Person erwerben.
Man verliert sie
und ist über die Größe des Verlustes erschrocken.
 
 
 
Ehre, Ruhm, Glanz, Macht erscheinen durch die Illusion vergrößert.
Das ist die Beschreibung der Auswirkung der Illusion auf
Ehre, Ruhm, Glanz und Macht.
 
 
Die Illusion wird in Ihrer Auswirkung
durch Ehre, Ruhm, Glanz und Macht vergrößert.
Das ist die Beschreibung der Auswirkung
von Ehre, Ruhm, Glanz und Macht auf die Person.
 
Daher sind sie in Ihrer Wirkung auf die Person ein großes Übel.
 
Die Person ist erfreut, denn sie erscheint vergrößert.
 
Was heißt das:
„Ehre, Ruhm, Glanz und Macht sind durch Ihre Auswirkung auf die Person
ein großes Übel“?
 
Ehre, Ruhm, Glanz und Macht rücken die Person an die falsche Stelle.
 
 
 
 
Man bekommt sie durch die Wirkung der eigenen Person.
Die Auswirkung ist die Stärkung der eigenen Person.
Sie rücken die Person an die falsche Stelle.
 
Man verliert sie durch die Wirkung der eigenen Person.
Die Auswirkung ist der Verlust der eigenen Person.
Sie rücken die Person an die falsche Stelle.
 
 
Darum: Wer diese Welt der Liebe wegen liebt,
dem kann man die Welt wohl anvertrauen.
Wer diese Welt um der Welt Willen liebt,
dem kann man die Welt wohl übergeben.
 
Wer als Person der Welt Verehrung anstrebt,
dem sollte man die Welt nicht anvertrauen.
Wer diese Welt um seiner Selbst willen liebt,
dem sollte man die Welt nicht übergeben.
 
 
 
  
Der Eine
 
(14)
Man schaut Ihn nicht,
doch in allem,
was geschaut werden kann,
ist er in gleichem Masse enthalten,
obgleich er so nur anteilig gesehen werden.
 
Man hört Ihn nicht,
doch in allem,
was gehört werden kann,
ist er in gleichem Maße enthalten,
obgleich er so nur anteilig gehört werden kann.
 
Man erfasst Ihn nicht,
doch in allem,
was erfasst werden kann,
ist er in gleichem Masse enthalten,
obgleich er so nur anteilig erfasst werden kann.
 
Er ist,
als der Geschaute,
untrennbar verbunden
mit dem,
der Ihn schaut.
 
Er ist,
als der Gehörte,
untrennbar verbunden
mit dem,
der Ihn hört.
 
Er ist,
als der Ergriffene,
untrennbar verbunden
mit dem,
der Ihn ergreift.
 
EINHEIT UND TRENNUNG
liegen dabei in dem Geschauten
und dem,
der Ihn erblickt.
 
EINHEIT UND TRENNUNG
liegen dabei in dem Gehörten
und dem, der Ihn hört.
 
EINHEIT UND TRENNUNG
liegen dabei in dem Ergriffenem
und dem, der Ihn ergreift.
 
 
 
 
 
 
So liegen
die EINHEIT und die TRENNUNG
der Erfahrung des EINEN
im EINZELNEN.
 
Und es gibt keinen ZWEITEN
der diese EINHEIT
zu schauen, zu hören oder zu erfassen wüsste.
 
Stets ist es
der EINZELNE,
der durch
den EINEN
erfasst, angesprochen oder ergriffen wird.
 
Für keinen Zweiten
kann diese Art
des Schauens, Hörens oder Ergreifens
ein zweites Mal geschehen.
 
Daher wird das Schauen des EINEN
durch einen Zweiten nicht gesehen.
 
Daher wird das Hören des EINEN
durch einen Zweiten nicht gehört.
 
Daher wird das Ergriffen werden durch den EINEN
von einen Zweiten nicht erkannt.
 
Das Erfasst, Angesprochen und Ergriffen werden durch den EINEN,
wird in der Einheit mit dem Einen,
nicht mehr in Schauen, Hören oder Ergreifen getrennt.
 
Für den, der den EINEN
schaut, hört und ergreift,
ist es
EINE EINZIGE ERFAHRUNG
 
Aber auch das Schauen und das Erfasst werden,
das Sprechen und das Hören,
das Ergreifen und Ergriffen werden
ist
EINE EINZIGE ERFAHRUNG.
 
 
Die EINHEIT mit dem EINEN
bringt die EINHEIT von ALLEM
zurück ins Licht des Bewusstseins.
 
 
 
 
So wie die Ursache des Bildes
nicht im Bild zu finden ist,
und das Sehen des Bildes
immer geringer wird,
je näher man Ihm kommt,
so wird auch das Sehen des Einen immer geringer,
je näher man Ihm kommt.
 
So wie die Ursache der Bewegung
nicht in der Bewegung zu finden ist,
und die Bewegung selbst
immer geringer wird,
je näher man Ihr kommt,
so wird auch das Hören des Einen immer geringer,
je näher man Ihm kommt.
 
So wie die Quelle
nicht im Wasser zu finden ist,
und das Wasser immer geringer wird,
je näher man Ihr kommt,
so wird auch das Ergreifen des Einen immer geringer,
je näher man Ihm kommt.
 
So ist er die Quelle,
aber nicht das Wasser.
So ist er der Beweggrund,
aber nicht die Bewegung.
So ist er der Ursprung,
aber nicht das Bild.
 
Wer sich Ihm zuwendet,
vor dem verbirgt er sein Antlitz.
Was durch Ihn bewegt wird,
erscheint bewegungslos.
Wer in der Quelle ist,
der trinkt kein Wasser.
 
 
Folgt der Wanderer dem Pfad der Wandlung
vom Wasser zur Quelle,
von der Bewegung zum Ursprung,
und von der Erscheinungsform zur Leere,
findet er die Ordnung,
die Schöpfung und Schöpfer,
Erscheinungsform und Leere,
Ende und Anfang,
miteinander verbindet.
 
 
 
 
Die LEHRE der LEERE
 
(15)
Die Lehre ist verborgen,
denn nur im Verborgenen ist sie EINS mit dem Unsichtbaren.
 
 
Tief ist der EINE,
zu tief, um offenbart zu werden.
Groß ist der EINE,
zu groß um in Erscheinung zu treten.
Klar ist der EINE,
zu klar um gesehen zu werden.
 
 
So bleibt die Vollkommenheit der Lehre und des Einen unoffenbart
und die Offenbarung des Einen und der Lehre unvollkommen.
 
 
Wie soll etwas in Erscheinung treten,
wenn es nicht offenbart werden kann?
 
 
Schwierig ist dieses Unterfangen!
So wie einer, der einen gefrorenen Fluss überschreitet.
Er überschreitet Ihn,
aber IN WAHRHEIT durchschreitet er das Wasser des Flusses nicht.
 
Unsichtbar ist dieses Unterfangen!
So wie einer, der vor seinen Nachbarn im Verborgenen lebt.
Er lebt unter Ihnen und doch bleibt er Ihnen verborgen,
denn niemals ist er zu sehen, sobald sie vor die Tür treten.
 
Fremd ist dieses Unterfangen!
So wie ein Gast, der im Haus ist.
Er ist im gleichen Haus zugegen,
doch bewohnt er es nicht.
 
Unwirklich ist dieses Unterfangen!
So wie Stoff, der getragen werden soll, ohne zu bekleiden.
Sobald es getragen wird, ist er Bekleidung
und bekleidet er nicht, kann er nicht getragen werden.
 
 
Einer, der selbst bewegt ist,
kann keine Einheit erschaffen.
Der Unerschaffene ist unbewegt.
 
Ohne Bewegung
kann nichts in Erscheinung treten.
Das Erschaffene ist durch sich selbst bewegt.
 
 
 
 
 
 
Einer, der in sich selbst zurück kehrt,
sehnt sich nicht nach Bewegung.
Weder wünscht er zu bewegen
noch selbst bewegt zu werden.
 
Daher kommt er zur Ruhe
in der Einheit mit dem Einen.
 
Einer, der in sich selbst zurück kehrt,
wünscht nicht zu trennen.
Weder wünscht er zu trennen
noch selbst getrennt zu werden.
 
Daher kehr er zurück
in die Einheit mit dem Einen.
 
 
Auf diese Weise erlangt alles Erschaffene zu seiner Vollendung.
 
 

 

 


Die Verbundenheit

(16).
Das eine, das allen Wesen eigen ist, doch selbst kein Wesenhaftes hat.
Das eine, das durch alle Wesen bewegt wird, doch selbst sich nicht bewegt.

Dieses Eine war nie selbst und ist selbst in allen Wesen.
Dieses Eine war nie hervorgetreten und tritt hervor durch alle Wesen.

Sie alle entstehen durch dieses Eine.
Sie alle kehren zurück durch dieses Eine.
Dieses Eine ist es, das alle verbindet, die daraus hervortreten,
da jedes der Hervorgetretenen darin verwurzelt bleibt, wie die Pflanze verwurzelt bleibt, gleich ob sie hervortritt oder erblüht oder vergeht.

Gleich der Wurzel strebt dieses Eine nicht an hervorzutreten, zu erblühen oder zu vergehen.
Gleich der Wurzel ist dieses Eine der Anfang und das Ende jeder Bestimmung.

Der, der weiß, da er durch dieses Eine hervorgetreten ist und durch dieses Eine zurückkehrt, ist sehend.
Der, der nicht weiß, da er durch dieses eine hervorgetreten ist und durch dieses eine zurückkehrt, ist blind.

Der, der sieht, begibt sich nicht in Gefahr.
Dem, der blind ist, folgt die Gefahr.

So versteht es der Sehende, die Zeit der Wandlung im rechten Maße zu nutzen.
So versteht es der Sehende, die Kraft in der Wandlung im rechten Maße zu beherrschen.
So versteht es der Sehende, dem Urgrund zu dienen.
So versteht es der Sehende, sich in die Ordnung des Einen einzufügen.

Ist die Ordnung eins mit dem Einen, bleibt das Hervortreten,
Erblühen und Zurückkehren für alle Wesen im rechten Maß der Zeit, im förderlichen Maß der Kraft und in höchstem Maße ohne Gefahr.

Ist die Ordnung uneins und gegen das Eine, bleibt für das Hervortreten, Erblühen und Zurückkehren aller Wesen ein schwindendes Maß an Zeit,
verringert sich das Maß der Kraft in allen Wesen und die Wandlung selbst ist in höchster Gefahr.





Die Wirkung

(17)
Herrscht einer, der wahrlich GROSS ist, so wird er nicht (selbst) gesehen.
Trotzdem ist sein Wirken überall Gegenwart.
Herrscht einer, der NICHT wahrlich groß ist, so wird er überall gesehen werden.
Da er in seiner Person wirkt, wirkt er niemals überall zur gleichen Zeit.

Einer, der NICHT groß ist, wird herrschen, indem er (selbst) bevorzugt oder erniedrigt.
Indem er (selbst) fürchtet oder begehrt.
Indem er (selbst) schätzt oder missachtet.

Herrscht einer, der wahrlich GROSS ist, wird man Ihm vertrauen.
Man vertraut Ihm, da er selbst weder bevorzugt noch erniedrigt, da er selbst weder fürchtet noch begehrt, da er selbst nichts schätzt oder missachtet.

Herrscht einer der NICHT wahrlich groß ist, so wird man Ihm mißtrauen.
Man misstraut Ihm, da er selbst bevorzugt oder erniedrigt, da er selbst fürchtet oder begehrt, da er selbst das eine schätzt und das andere missachtet.

Herrscht einer der wahrlich GROSS ist, wird selten ein WORT von diesem gehört werden,
aber jedes WORT, das von DIESEM kommt, wird vollbracht und das Volk wird sagen:
Es ist UNSER EIGENES WORT, darum haben wir es vollbracht!

Herrscht einer, der NICHT wahrlich groß ist, werden viele Worte von diesem gehört werden,
aber NICHT jedes Wort, das von Ihm kommt, wird vollbracht und das Volk wird sagen:
Es ist SEIN WORT, darum haben wir es vollbracht!





Der Bund

(18)
Sittlichkeit wird gefordert, wo die Verbundenheit fehlt, denn wo keine Verbundenheit ist, da herrscht Maßlosigkeit.

Klugheit und Kenntnisse kommen auf, wo die Verbundenheit fehlt, denn wo die Verbundenheit vergessen wird, herrscht die Lüge.

Die Pflichten im Kind und der Liebe werden gefordert, da die Verbundenheit fehlt.
Wo die Verbundenheit fehlt, herrscht die Forderung nach Bündnissen vor und nach jenen, die diesen Bündnissen dienen.

Wahre Mäßigung benötigt keine Moral oder Sittlichkeit, sie benötigt einzig das Wissen um die Verbundenheit.
Wahre Einsicht benötigt keine Kenntnisse oder Gelehrtheit, sie benötigt einzig das Wissen um die Verbundenheit.
Wahre Liebe benötigt keine Verpflichtung, sie benötigt einzig das Wissen um die Verbundenheit.

So aber ersetzen die Diener der Maßlosigkeit die Verbundenheit durch Sittlichkeit.
So aber ersetzen die Diener der Lüge die Verbundenheit durch Klugheit und Kenntnisse.
So aber ersetzen die Diener der Bündnisse die Verbundenheit durch Pflicht.





Das Volk


(19)
Ein Volk, das weiß, woraus es hervorgegangen ist und worin es eingeht, benötigt keine Vorschriften,
denn das Wissen darüber kommt aus dem Wissen um die Verbundenheit.
Ein Volk, das weiß, woraus es hervorgegangen ist und worin es eingeht, benötigt keine Kenntnisse,
denn das Wissen darüber, kommt aus dem Wissen um die Verbundenheit.
Ein Volk, das weiß, woraus es hervorgegangen ist und worin es eingeht, benötigt keine Richter,
denn das Wissen über Wirkung und Konsequenz, kommt aus dem Wissen um die Verbundenheit.

Ein Volk aber, das im Nichtwissen lebt, ist in Verwirrung.
Denn Vorschriften der Moral ersetzt dem Volk nicht das Wissen um die Verbundenheit.
Kenntnisse von Gelehrten ersetzen dem Volk nicht das Wissen um die Verbundenheit.
Gesetze und Verpflichtungen ersetzen dem Volk nicht das Wissen um die Verbundenheit.

Die Kenntnisse, denen kein Wissen um die Verbundenheit eigen ist,
verfälschen das Offensichtliche/Einfache, bekämpfen das Natürliche und vergrößern den Zwang im Einzelnen.

Nur das Wissen um die Verbundenheit, den Ursprung und die Vollendung, gibt dem Volk Halt, Sinn und Richtung.
Dieses Wissen um die Verbundenheit offenbart sich in Einfachheit, Natürlichkeit und Zwanglosigkeit.





Die Freiheit

(20)
Wer nicht der Gelehrsamkeit folgt, sondern der Verbundenheit, die er in sich empfindet, erlangt Freiheit.

Wer nicht zustimmt, dem zu Gehorchen, der Gehorsamkeit fordert, sondern dem zustimmt, dem er selbst gehorchen will, erlangt Freiheit.

Wer so nicht urteilt gemäß dem, das als richtig gilt oder gemäß dem, das als unrichtig gilt,
sondern einzig gemäß dem, was er als richtig oder unrichtig empfindet, erlangt Freiheit.

Der Weg zur Freiheit bedeutet aber NICHT zu missachten, was von anderen als Wissen geachtet wird!
Der Weg in die Freiheit aber bedeutet NICHT zu verurteilen, was von anderen als richtig empfunden wird!
Der (eigene) Weg in die Freiheit bedeutet AUCH das Wissen im anderen anzuerkennen, das von diesem selbst als Wissen geachtet wird.
Der (eigene) Weg in die Freiheit bedeutet AUCH die Empfindung im anderen anzuerkennen, die dieser als richtig einschätzt.

Erkenne an, wenn andere nicht in die Mitte der Dinge gehen!
Erkenne nicht an, wenn andere Dich davon abhalten wollen in die Mitte der Dinge zu gehen!

Die Menschen, die nicht in Ihre Mitte gehen, suchen und finden Ihre Freude und Feste außerhalb Ihrer selbst.
Die Menschen, die in Ihre Mitte gehen, finden Freude und Glanz in sich.

Die einen gleichen der Bewegung im Frühjahr, wenn alles aus sich herausgeht,
die anderen der Bewegung im Herbst, wenn alles in sich zurückkehrt.
So zögert der Frühling nicht zu handeln, doch der, der zurückkehrt, ist wie der Herbst, und zögert zu handeln.

Der, der zurückkehrt, ist wie das Kind, das noch nicht lachen kann, denn der Weg in die Freiheit bringt Schmerz im Anfang und Freude am Schluss.
Der, der aus sich herausgeht, erlangt Freude im Anfang und Schmerz am Schluss.

So bringt der Weg in die Freiheit kein Glücksgefühl, wenn er begonnen wird,
denn er bringt keine Erfüllung im Handeln und offenbart kein Ziel, so wie beim Herausgehen.

Der Wanderer in die Freiheit bleibt in der Welt unerfüllt.
Der Wanderer in die Freiheit bleibt in der Welt heimatlos.
Der Wanderer in die Freiheit bleibt in sich.
Mitten in der Welt, die eine Welt des Hervortretens ist, fühlt er sich von der Welt verlassen.
Er empfindet sich so als Tor, der seine Torheit nicht zu ändern vermag.
Denn er gleicht nun der Frucht, deren Zeit zu vergehen gekommen ist und er sieht auf die Knospen, die vor Ihm erblühen.
Doch er begehrt nicht zu erblühen, da seine Zeit zu erblühen, gegangen ist.
So erschaffen die einen noch Ordnung, doch er selbst löst diese Ordnung in sich auf.

Die Menschen, die hervortreten, erscheinen so hell und leicht und lachend, wie die Blüte.
Der Mensch, der in sich zurückkehrt, erscheint so dunkel und schwer und schweigsam, wie die vergehende Frucht.

Er bleibt unerfüllt, wo anderen einmünden, umhergetrieben, wo anderen ausruhen, tatenlos, wo anderen streben.

Man mag Ihn für einen Taugenichts halten, da er einzig dem Urgrund dient, aus dem er hervorgetreten ist.





Der geheime Name


(21)
Die Bewegung der Schöpfung ist EINS mit dem Wort, dem verborgenen Wort Gottes, im Hervortreten der Schöpfung.
Leben, Ordnung und Augenblickspunkt jeder Schöpfung sind so durch den verborgenen Namen des Einen miteinander verbunden.
Der verborgene Name ist im Augenblickspunkt der Schöpfung, obgleich er in der Schöpfung niemals hervorgetreten ist.
Der verborgene Name ist EINS mit der Ordnung der Schöpfung, obgleich er in der Schöpfung niemals gesehen worden ist.
Der verborgene Name ist in jedem Ding, dessen Namen genannt werden kann, obgleich keines von diesen jemals SEINEN NAMEN trägt.

Der verborgene Name ist EINS mit der Ursache jeder Erscheinung.
Die vielen Ursachen jeder Erscheinung verbergen den EINEN Namen.

Auf diese Weise verbirgt die Schöpfung den geheimen Namen.

Der Name kann bewusst werden, doch wird er dabei selbst nicht gesehen.
Der Name kann bewusst werden, doch wird er dabei selbst nicht genannt.
Der Name kann bewusst werden, doch weder tritt der Suchende in den Namen ein, noch erfüllt sich der Name in dem, der sucht.

Durch das was geschaut und genannt werden kann, weil es hervortritt, entsteht der Glaube.
Solange da ETWAS ist, das geschaut werden kann oder ETWAS ist, das genannt werden kann, weil es hervortritt,
wird da ein Glaube sein über das, was geschaut wird und das, was hervortritt.

Ohne den verborgenen Namen gäbe es keinen Glauben darüber,
doch durch die Bewusstwerdung des verborgenen Namens entsteht kein Glaube.

Wird der verborgene Name des Einen bewusst, weiß jener, der bewusst wird, um das, was sich hinter dem Glauben verbirgt.
Wird der verborgenen Name des Einen bewusst, weiß jener, der bewusst wird, um die Wahrheit im Hervortreten aller Dinge.

Woher weiß jener, der bewusst wird, um die Wahrheit in der Schöpfung?
Eben durch Ihn, den Einen, dessen Name durch die Schöpfung verborgen bleibt.





Das leere Gefäß

(22)
Von dem Einen, der ALLES ist und IN ALLEM ist, wird das Ganze nicht getrennt werden.
Es wird zusammengefügt werden und in sich heil.

Von dem Einen, der ALLES ist und IN ALLEM ist, wird das Geradlinige/Klare nicht gekrümmt werden.
Es wird gerade gerichtet werden und in sich klar.

Von dem Einen, der ALLES ist und IN ALLEM ist, wird das Gefäß nicht geleert werden.
Es wird gefüllt werden und in sich voll.

Von dem Einen, der ALLES ist und IN ALLEM ist, wird das Vergangene erneuert werden.
Es wird so erneuert werden, da es nie wieder alt wird.

Von dem Einen, der ALLES ist und IN ALLEM ist, wird der Mangelhafte/das Fehlende ergänzt werden.
Es wird so ergänzt werden, da es in sich vollkommen ist.

Wer ALL DAS in sich trägt, kann niemals zur Gänze wahrgenommen werden.
Wer dies alles in sich trennt, kann all das niemals zur Gänze erfassen.

Auf diese Weise wirkt auch der Berufene.

Er faßt all das, womit er erfüllt wurde und dient so der Welt das Eine zu erfassen.
Er faßt in Worte, wodurch er selbst bewusst wurde und dient so der Welt selbst bewusst zu werden.


Daher verbirgt er sich nicht und dadurch, da er sich nicht verbirgt, dient er der Welt.
Doch tritt er auch nicht mit Macht hervor und dadurch, da er nicht mit Macht hervortritt, kann er der Welt dienen.

Daher verschweigt er sich nicht, dadurch dient er der Welt.
Doch auch rühmt er sich nicht und dadurch, da er sich nicht rühmt, kann er der Welt dienen.

Daher folgt er der Welt nicht, dadurch dient er der Welt.
Doch auch fordert er nicht Ihm zu folgen und dadurch, da er es nichts fordert, kann er der Welt dienen.

Daher setzt er sich nicht zur Wehr, dadurch dient er der Welt.
Doch greift er auch Niemanden an und dadurch, da er Niemanden angreift, kann er der Welt dienen.

Der, der sich nicht verbirgt, den kann man nicht übersehen.
Einer, der nicht mit Macht hervortritt, den kann man nicht abwehren.

Der, der sich nicht verschweigt, den kann man nicht verleugnen.
Einer, der sich nicht rühmt, den kann man den Ruhm nicht rauben.

Der, der Niemandem gehorcht, den kann man nicht zum Handeln zwingen.
Einer, der nichts fordert, den kann man durch Handeln nicht bewegen.

Der, der nicht verteidigt, den kann man nicht bedrohen.
Einer, der nicht kämpft, mit dem kann man nicht streiten.

So steht es geschrieben und es ist wahr:
Alles was existiert, erlangt seine Vervollkommnung durch den Einen, der über Allen ist und in allem ist.

Für wahr: alles was existiert, beschreitet und vollendet diesen Weg und der Berufenen weiß das.





Die Befreiung

(23)
Selten etwas auszuschließen bei der Lehre, lässt die Erkenntnis wachsen!

Irrtümer durch Begrenzungen lösen sich nicht durch neue Einschränkungen auf!

So wie der Sturm sich nicht durch den Sturm auflöst, sondern darin, das der Sturm dort nicht mehr ist.
So wie der Laut sich nicht im Laut auflöst, sondern darin, das der Laut dort nicht mehr ist.
So wie das Bild sich nicht durch das Bild auflöst, sondern dadurch, da das Bild dort nicht mehr ist.

Das ist es, was die ZEIT ist, was sie bewirkt und wodurch sie begrenzt:
Leid löst sich in der Zeit auf, wird es nicht erneuert.
Liebe löst sich in der Zeit auf, wird sie nicht erneuert.

So wie der Regen seine Zeit hat, hat auch das Leiden seine Zeit.
So wie die Sonne Ihre Zeit hat, hat auch die Liebe/Verbundenheit Ihre Zeit.
Das ist es, was Begrenzung bewirkt.

Doch so wie der Regen als Regen durch Zeit und Raum begrenzt wird, begrenzt sich auch das Leid durch die Zeit.
Und so wie die Sonne als Sonne durch Zeit und Raum begrenzt wird, begrenzt sich auch die Liebe/Verbundenheit durch die Zeit.

Was ist es, das dieses bewirkt?
Es ist die Illusion als Raum und Zeit SELBST, die dieses bewirkt.

Sie bewirkt, dass alles begrenzt wird und alles erneut zur Ruhe kommt.
Auf diese Weise mündet die Geburt in den Tod.
Auf diese Weise mündet der Laut in der Stille.
Auf diese Weise trägt jeder Anfang sein Ende in sich.
Auf diese Weise verlischt das Bild.

So wie etwas, das geboren wird, indem es aus dem Leib der (einen) Mutter hervortritt und vergeht,
in dem es in den Leib der anderen Mutter (Erde) wieder eintritt.

Warum ist es so, da alles begrenzt wird?
Was ist es, der alles dorthin zurückführt?

Es ist das EINE, das in ALLEM ist und über ALLEN ist.
In der Einheit von Allem, die VOR und HINTER der Schöpfung liegt, existiert keine Verbundenheit/Liebe, da alles mit allem EINS ist.
In der Einheit von Allem, die VOR und HINTER der Schöpfung liegt, existiert kein Leid, da NICHTS jemals getrennt wurde.

Das ist es, was hinter dem ist, was sich offenbart und bewirkt, das es dorthin zurückkehrt.

So ist es die Schöpfung selbst, die so die Begrenzung in sich trägt.
So ist es der Schöpfer selbst, der so die Begrenzung bewirkt.
Das ist das Geheimnis der Einheit Gottes mit allem was erschaffen ist/existiert.

Im Schöpfer/der Einheit ist es die Verbundenheit, in der Schöpfung/Illusion bewirkt es das Leid.
Im Schöpfer/der Einheit ist es das Leid, in der Schöpfung/Illusion bewirkt es die Verbundenheit.

Schöpfung ohne Trennung ist nicht möglich.
Das Erhalten der Schöpfung ist nicht möglich ohne die Verbundenheit/Liebe.

Trennung ohne Leid ist nicht möglich.
Das Erhalten der Trennung ist nicht möglich ohne zu leiden.

Sich zu verbinden ist ohne Liebe nicht möglich.
Das Beenden der Trennung ist ohne Liebe nicht möglich.

So wie Geburt ohne Trennung/Schmerz nicht möglich ist
und das Heranwachsen ohne Trennung/Schmerz nicht möglich ist.

So wie die Geburt ohne das Leben zu behüten/bewahren und die Liebe nicht möglich ist
und das Heranwachsen ohne das Leben zu behüten/bewahren und die Liebe nicht möglich ist.

Was ist es, das die Trennung begrenzt und in die Verbundenheit zurück führt?
Was ist es, das die Verbundenheit begrenzt und in die Trennung zurück führt?

So wie der Mensch/das Geschöpf die Grenze seiner Kraft nicht überschreiten kann, weil diese Kraft nicht seinem Willen unterworfen ist,
überschreitet der Schöpfer die Grenzen der Kraft nicht, weil sein Wille EINS ist mit dem Willen seiner Geschöpfe.

Das Geschöpf vermag seinen Willen auszudehnen, bis sein Wille EINS ist mit der KRAFT der Schöpfung.
Das ist der Ausdruck der Verbundenheit des Geschöpfes mit dem Schöpfer.

Der Schöpfer vermag seine Kraft über die Kraft seiner Geschöpfe auszudehnen, dies geschieht aber nicht,
da die Schöpfung stets EINS mit der Schöpfung bleibt, da KRAFT, WILLE und SCHÖPFUNG EINS sind.
Das ist Ausdruck der Verbundenheit des Schöpfers mit der Schöpfung.

Darum kann das Erschaffene den Willen ausdehnen gemäß seiner Kraft, die in seine Schöpfung gelegt wurde,
aber nicht die Kraft gemäß seinem Willen, da es sich selbst nicht hervorgebracht hat.
Daher ist die Kraft nicht dem Willen des Geschaffenen unterworfen, sondern dem Willen des Schöpfers/Ursprungs.
Es liegt nicht am Geschöpf die Kraft zu bestimmen, so wie der Schöpfer den (freien) Willen des Geschöpfes nicht bestimmt.
Daher: Wo die Kraft endet, endet der Wille, die Wirkung, die Möglichkeit des Erschaffenen.

Wer das weiß, wird nicht leiden, wenn das Ende der Kraft erreicht ist.
Wer dies weiß, kann anerkennen, das er getan hat, was er bewirken konnte, und er wird nicht leiden.

Wer das weiß, wird daher nicht zu verbinden suchen, was nicht verbunden werden kann, weil die Kraft fehlt,
und er wird nicht zu verbinden suchen, was nicht verbunden werden will, weil der Wille fehlt.

Er wird sagen: Ich habe all das verbunden, was sich verbinden lies.
Und er wird sagen: Ich war EINS mit dem LEBEN in der Schöpfung, denn ich war EINS mit dem GESETZ!
Ich war EINS mit dem Gesetz, da mein WILLE EINS war mit meiner KRAFT, die in meine Schöpfung gelegt wurde.

Ich beuge meine Kraft nicht meinen Willen, doch ich beuge meinen Willen, dem WILLEN der Kraft, die in der Schöpfung ist.

Wer Wille und Kraft (Sinn) in rechtem Maße sieht, sieht die Armut in dem, der arm ist.
Und er sieht die Armut in dem, der reich ist.
Und er sieht den Reichtum in dem, der arm ist.
Und er sieht den Reichtum in dem, der reich ist.

So scheut er den Armen nicht und begehrt nicht arm zu sein,
so scheut er den Reichen nicht und begehrt nicht reich zu sein, ..da er sieht, worin alles sich begründet.

Auf diese Weise verletzt er nicht.
Auf diese Weise nimmt er es an.
Auf diese Weise verbindet er.
Auf diese Weise verhindert er, das ohne Frucht verbunden wird.

Wo die Einsicht in Sinn(Wirkung) von Wille und Kraft fehlt,
muss das eine erhoben und das andere erniedrigt werden.

Dort ist es dann gut, reich zu sein und mangelhaft arm zu sein.
Oder es ist mangelhaft arm zu sein und gut reich zu sein."





Die Leichtigkeit

(24)
Das Wahre zu erlangen ist LEICHT,
das Unwahre zu erhalten ist SCHWER.

So ist der WAHRE WEG stets LEICHT, denn er fordert keine Mühsal, keine Kraft, keinen Widerstand (gegen das was ist),
keine Schwermut (wegen dem, was ist), keine Traurigkeit und kein Opfer...

Den Weg zu gehen ist LEICHT, wie es LEICHT ist, den Sonnenaufgang zu sehen.
Es ist LEICHT den Sonnenaufgang zu sehen, denn die Sonne geht VON SELBER auf.
Wer sich in die ORDNUNG einfügt, indem er sich dieser Ordnung öffnet, lebt LEICHT,
wer gegen die Ordnung ankämpft, weil er sich gegenüber der Ordnung verschließt, lebt SCHWER.
Der, der gegen die Ordnung ankämpft, kämpft gegen SEIN EIGENES WESEN an!
Auf diese Weise lebt er SCHWER.
Und der, der sich in die Ordnung einfügt, FÜGT SICH IN SEIN EIGENES WESEN EIN, von daher lebt er LEICHT.

Gegen die Ordnung anzukämpfen, ist wie auf Zehenspitzen stehen und dabei Halt suchen.
Der, der auf den Füßen ruht, steht LEICHT und fest.
Der, der auf der Spitze steht, MÜHT SICH um sein Gleichgewicht.

Gegen die Ordnung anzukämpfen, ist wie mit gespreizten Beinen gehen.
Der, der ein Bein neben dem anderen führt, kommt LEICHT voran.
Der, der mit gespreizten Beinen geht, MÜHT SICH voranzukommen.

Einer der sich BEMÜHT die Ordnung zu erlangen, den erlangt die Ordnung nicht.
Einer, der sich in sie einfügt, weil er sich IN SICH SELBST einfügt, der wird von Ihr erfaßt.

Die Ordnung IST und muss nicht erlangt werden!
So wie es nicht ERLANGT werden muss, dass man auf sicherem Grund Halt findet.
So wie es nicht ERLANGT werden muss, dass man vorankommt, wenn man ein Bein neben dem anderen führt.

Alles was "zu tun" ist, ist sich in die Ordnung einzufügen, damit die Ordnung SICH SELBST VERWIRKLICHEN KANN.
..auf diese Weise ist der wahre Weg LEICHT
und das Erhalten des Weges, der nicht wahr ist SCHWER.

Wer selbst brennt, in dem kann keine Flamme sich entzünden.
Wer selbst sich erhebt, der kann nicht erhoben werden.
Wer selbst spricht, zu dem kann man nicht sprechen.
Wer selbst sich voranstellt, den kann man nicht nach vorne führen.

Für die Ordnung ist der Strebende, der selbst wirken will, wie der Abfall für den, der kocht.
Es führt zu keinem Gelingen.
Für die Ordnung ist der, der selbst strebt, wie der Eiter für die Wunde.
Es verhindert die Heilung.

Wer selbst strebt, gegen den wird sich Widerstand erheben.
Wer selbst wirkt, wird keine Leichtigkeit fühlen.

Darum: Wer sich in die Ordnung einfügt, verweilt nicht dort, wo sich Widerstand erhebt oder die Leichtigkeit schwindet.





Die Größe Gottes

(25)
Bewusst_sein IST
doch indem es so schiene, als wäre es (dort) nicht mehr (bewusst), entsteht das Nicht_sein.
(Die Erfahrung von: da ist etwas, das ich nicht bin)

Der Himmel war, bevor er wurde, in sich, und
die Erde war, bevor sie wurde, in sich, und
in dem der Himmel so tat, als ob er aus sich heraustrete, war da ein Himmel, der ein Kommen und Gehen kannte, und
indem die Erde so tat, als ob sie aus sich heraustrete, war da eine Erde, die ein Kommen und Gehen kannte.

So wie die Stille nicht mehr gehört wird, sobald ein Klang ertönt und der Klang nicht mehr gehört wird, wenn es still wird.
So wie das Zeitlose nicht mehr erfahren wird, sobald da eine Zeit ist und die Zeit nicht mehr erfahren wird, sobald sie ewig ist.
So wie das Unbegrenzte nicht mehr erfahren wird, sobald da ein Ort ist, und der Ort nicht mehr ist, sobald er unbegrenzt ist.

So wird die Leere als Bild erfahren, wenn die Wandlung in Erscheinung tritt.
So wird die Leere im Bild erfahren, wenn die Wandlung nicht mehr in Erscheinung tritt.

So löst die Wahrheit des Einen/Einzigen sich auf, sobald sie in Erscheinung tritt.
So wird der Eine/Einzige in Wahrheit erfahren, indem die Erscheinung seines Bildes sich auflöst.

Durch die Abfolge/den Kreislauf von Stille und Klang, wird der Klang als Klang und die Stille als Stille erfahren.
Durch die Abfolge/den Kreislauf von Ewigkeit und Zeit, wird die Zeit als Zeit und das Zeitlose/Ewige als ewig erfahren.
Durch die Abfolge/den Kreislauf von unendlich und Raum, wird der Raum als Raum und das Unendliche als unbegrenzt erfahren.

Durch die Wandlung im Bild wird die Leere zur Erfahrung.
Durch das in Erscheinung treten des Wahren wird GOTT erfahrbar.

So kann man GOTT auch erfassen, als die Mutter der Welt, da alles dadurch erfahrbar wird, indem es durch sie geboren wird.

Allmacht und Quelle, unerschöpflicher Schrein, ich weiß Dir keinen Namen zu geben!
Unbeirrbar bist Du in der Abfolge des Wandels von Werden und Vergehen!
Mal nenne ich Dich Ordnung, mal Sinn, mal Wort!
Mich mühend Dich zu verkünden, nenne ich Dich GROSS!

Gross, nenne ich Dich, da es nichts gibt, das Du nicht umfaßt!

Du bist in Allem, da Du in der Stille bist UND im Ton.
Du bist in Allem, da Du im Zeitlosen/Ewigen bist UND in der Zeit.
Du bist in Allem, da Du im Unbegrenzten bist UND im Raum.
Du bist in Allem, da Du in der Wandlung bist UND in der Leere.
Du GOTT bist GROSS, da Du in allem bist, was existiert.

Wer Dich nahe wähnt, sieht nicht wie weit Du reichst.
Wer Dich ferne wähnt, sieht nicht, dass Du Ihm am nächsten bist.

Da Ton UND Stille aus Dir kommen, kehren sie in Dich zurück.
Da Ewigkeit UND Zeit aus Dir kommen, kehren sie in Dich zurück.
Da Unbegrenztes UND Raum aus Dir kommen, kehren sie in Dich zurück.
Da Wandlung UND Leere aus Dir kommen, kehren sie in Dich zurück.

Da die Schöpfung aus Dir kommt, kehrt sie in Dich zurück.
Sie kehrt zu Dir zurück, indem Du sie umwendest, das ist das Wesen der Wandlung.

Wer Deine Ordnung im Himmel wähnt, der sieht sie nicht auf der Erde.
Wer Deine Ordnung auf der Erde wähnt, der sieht sie nicht im Himmel.
GROSS ist Dein Wort und es umfaßt alles, was jemals erschaffen wurde/wird.
Es umfaßt den Himmel UND die Erde!

Da die Ordnung der Erde auch den Himmel umfaßt, ist der Sohn Gottes groß.
Da die Ordnung des Himmels auch die Erde umfaßt, kennt die vier Ausrichtungen und der Sohn Gottes ist EINE(!) davon.

Es gibt den Sohn, der sich selbst durch die Erde erkennt.
Es gibt die Erde, die sich selbst durch den Himmel erkennt.
Es gibt den Himmel, der sich selbst durch die Ordnung erkennt.
Es gibt die Ordnung, die durch sich selbst wirkt und auf diese Weise dreifach in Erscheinung tritt.





Das KREUZ

(26)
Die Leichtigkeit offenbart das Gewichtige.
Die Leerheit offenbart die Tiefe der Bewegung.

Die Last der Leichtigkeit muss ertragen werden, nur so kann sich das Gewichtige offenbaren!
Die Tiefe der Leerheit muss verwirklicht werden, nur so tritt sie ans Licht des Bewusstseins!

Der Berufene trägt die Last der Leichtigkeit und die Tiefe der Leerheit,
darum weiß er um das Schwere in der Leichtigkeit und die Tiefe in der Leerheit.

Tag für Tag erträgt er diese Last.
Er vermag sich nicht mehr von diesem Gepäck zu trennen.
Er wünscht es nicht, sich von diesem Gepäck zu trennen.

Alle Herrlichkeit des Lebens würde er eintauschen gegen das Eine.
Das Eine hat er eingetauscht gegen alle Herrlichkeiten des Lebens.
Das ist seine Last.
Auf diese Weise erträgt er das Leben.

Der Berufene nimmt diese Last an, doch um wie viel mehr Last trägt der Eine!
Alle Herrlichkeit des EINEN hat er eintauschen gegen DAS LEBEN.
DAS EINE LEBEN hat er eingetauscht gegen alle Herrlichkeiten des EINEN.
Das ist seine Last.

So wie der Berufene seine Last trägt, trägt sie der Eine durch seine Schöpfung, im Erdkreis durch den Sohn, der sich durch die Erde erkennt.

In Ihm und durch Ihn wandelt er die Leichtigkeit in das Gewichtige, auf dass das Gewichtige leicht werde.
In Ihm und durch Ihn wandelt er die Tiefe in die Leerheit, auf dass die Tiefe leer werde.

Würde er es leichtnehmen, die Leichtigkeit würde Ihr Gewicht einbüßen,
würde er die Last der Tiefe nicht ertragen, die Herrschaft und alle Bewegung, die in Ihr ist, würde enden.





Die LEHRE

(27)
Das WESEN des LEBENS ist FREI.
Das WESEN des WORTES ist WAHR.
Das WESEN des GESETZES ist UNERSCHAFFEN.
Das WESEN der MACHT ist UNBEWIRKT.
Das WESEN der EINHEIT ist UNTEILBAR.

So ist auch das WESEN der LEHRE des Berufenen.
Auf diese Weise fügt sich die LEHRE des Berufenen in die ORDNUNG DES EINEN ein.

Sie befreit DAS LEBEN, wo es gefangen liegt.
Auf diese Weise wird KEIN WESEN von der BEFREIUNG DER LEHRE ausgeschlossen.

Sie rückt DIE WAHRHEIT an Ihren RECHTEN PLATZ.
Auf diese Weise wird KEINE ERSCHEINUNGSFORM von dieser WAHRHEIT ausgeschlossen.

Sie zeigt DAS GESETZ indem es seine WIRKUNG aufzeigt.
Von daher wird keiner, der es zu finden sucht, leer ausgehen.
Wird das Gesetz erkannt, wirkt es nicht mehr für oder gegen diejenigen, die es erkannt haben.
Wird das Gesetz erkannt, verursachen diejenigen, die es erkannt haben,
dass es nicht mehr durch sie auf jene wirkt, die das Gesetz noch nicht erkannt haben.

Auf diese Weise wirkt die LEHRE über das GESETZ IM DOPPELTEN MASS(!)

Die LEHRE offenbart das WESEN DER HERRSCHAFT/MACHT indem es keinen Ersten und keinen Letzten benennt,
keinen gering schätzt und keinen als groß erachtet, keinen bevorzugt und keinen zurück stellt.

Sie lehrt DIE EINHEIT VON ALLEM, das in Erscheinung tritt.
Auf diese Weise bewirkt DIE LEHRE, das JEDEM WESEN ACHTSAMKEIT/ACHTUNG widerfährt,
da DER EINE in ALLEN ERSCHEINUNGSFORMEN erkannt wird.





Die Glieder

(28)
Wer seinen Geist erkannt hat und dennoch in der Materie verweilt, wird zum Flussbett der Welt.

Der Strom des Lebens floss in Ihm und durch Ihn,
da er EINS mit der EWIGEN QUELLE im FLUSS DES LEBENS war und die Materie es Ihm bezeugte!
Doch nun ist er zurückgekehrt aus ewiger Kindschaft und Freude, von der QUELLE des Stromes DES LEBENS,
wo er EINS mit Ihr war, denn er hat sich neu dem Fluss des Lebens übergeben.

Auf diese Weise ergießt sich DAS WASSER DES LEBENS durch Ihn und mit Ihm zurück in die Welt.

Er WEISS, dass er dorthin zurückkehren kann und er will es tun und fügt sich darin.
So nimmt er es auf sich NEU in die Materie getragen zu sein, um nun BEWUSST darin zu verweilen.
Das ist sein Kreuz, das er auf sich nimmt.

Wer im Bewusstsein gewahr wird und dennoch in der Welt verweilt, geht der Welt voran.

Das Licht/Gewahrsein Gottes war in Ihm und er war im Licht und er war das Licht.
Indem das Licht sich von Ihm abwendet, kehrt er zurück in die Dunkelheit des Bewusstseins.
IM WISSEN DES LICHTES verweilt er nun in der Dunkelheit und ist sich der Dunkelheit (dem Fehlen des Lichtes) bewusst.
So kann das Licht des Wissens in die Dunkelheit getragen werden und den Weg beleuchten.

Er WEISS, dass er ins Licht zurückkehren will, doch er gibt seinen Willen dem Willen des Schöpfers hin.
Auf das der Schöpfer darüber bestimme.
So wird er ZUM ABBILD (Spiegelbild) des Schöpfers, denn der Schöpfer gibt seinen Willen hin, für die Freiheit des Willens seiner Schöpfung.
Das ist sein Kreuz (von Zeit und Raum/der Begrenzung), an das er sich binden lässt.

Wer durch die Liebe Gottes erhoben wurde und dennoch in die Welt zurückkehrt, wird zum Tal der Welt.

Wer durch die Liebe erhoben wurde und in die Welt zurückkehrt, weiß um das Wesen der Kraft.
Im Aufstieg zur höchsten Liebe/Gott findet sich das Höchste/ das so lang ersehnte/ das so vollkommen vergessene.
Im Abstieg in das Tal der Welt findet sich das Tiefste/ das am meisten gefürchtete, das noch nie vorgestellte.
Das Wesen der Kraft ist es, diese höchste Liebe mit diesem tiefsten Schmerz zu verbinden.

Er WEISS, dass er in die Einheit mit Gott zurückkehren wird,
doch er verweilt nicht länger darin und in Ihm ist der tiefste Schmerz, den nur jener kennt, der dieses Höchste erlangte.
Das ist sein Leiden am Kreuz (der Trennung durch die Begrenzung), die Tiefe des Schmerzes, den er sich zufügen lässt.

Warum dies geschieht: Die EINHEIT des EINEN, liegt über der Erde verstreut, wie die Glieder eines Leibes.
Auf diese Weise kann der Leib nicht dienen.
Der Berufene kehrt zurück, um die Glieder (neu) einzusammeln und sie so zu vereinen.

Nur wenn die Glieder verstreut liegen, können sie beschnitten werden, da sie verborgen sind im Bild/im Leib der Mutter.
Im Leib der Mutter können sie beschnitten werden, sobald sie sich als EIN LEIB offenbaren/hervortreten, können sie nicht länger beschnitten sein.





Die Hingabe

(29)
Hingabe ist das Gegenteil von Handeln

Die Hingabe ruft die Liebe hervor.
Der Handelnde will sie an sich binden.
Durch Hingabe herrscht der, der die Macht innehat.
Durch Handel/Taten will sie jener erlangen, der sie nicht besitzt.

Daher: Durch Taten lässt sich Welt nicht bestimmen.
Durch Handel/Tun lässt sich keine Macht erringen.

Der Geist/das Bewusstsein ist der Ursprung aller Dinge.
Bewusstsein lässt sich nicht zwingen, denn das Wesen des Geistes ist frei.
Bewusstsein lässt sich nicht beherrschen, denn das Wesen des Geistes ist frei.
Bewusstsein lässt sich nur durch sich selbst verändern, und nicht durch etwas, das nicht aus dem Bewusstsein kommt.

Wer handelt um bestimmen zu können, vergißt seine Bestimmung, verliert sich selbst.
Wer an sich bindet/festhält, um herrschen zu können, vergißt seine Einheit mit Allem, verliert sich selbst.

Wer einen Handelnden nachfolgt, vergißt seine eigene Bestimmung (!)
Wer sich an einen Handel/Handelnden bindet, vergißt die Größe von sich selbst (!)

Auf diese Weise verwirrt sich die Wahrheit.
Auf diese Weise werden die Glieder des EINEN getrennt.

Die einen begehren zu Herrschen und laufen voran.
Die anderen begehren Ihre Herrschaft (Verantwortung) abzugeben und folgen nach.
Die einen begehren stark zu sein, um dadurch zu herrschen.
Die anderen begehren schwach zu sein, um dadurch die Herrschaft zu vermeiden.

So trennt sich die Einheit in Herrscher und Beherrschte, Sieger und Besiegte, Starke und Schwache.
So werden die Glieder getrennt.

Der Berufene weiß das.
Daher vermeidet er Handlungen, die etwas an Ihn binden könnten.
Er strebt es aber an, Hingabe/Liebe in anderen hervorzurufen.

Daher vermeidet er Handlungen, die nach Besitz streben.
Er strebt es aber an, Handlungen zu stärken, die eine Hingabe/Liebe in die Einheit stärken.

So strebt er nach der Freiheit aller Wesen und meidet zugleich die Herrschaft.
So fördert er die Selbstbestimmung alle Wesen und meidet zugleich Ihre Bevormundung.
So hilft er jedem sich selbst zu verändern, ohne solch eine Veränderung durch sich selbst zu bewirken.


Die Herrschaft

(30)
Die Herrschaft des Einen zwingt nicht.
Die Herrschaft des Einen greift Niemanden/nichts an.
Die Herrschaft des Einen kennt keinen Stachel.
Die Herrschaft des Einen bringt kein böses Erwachen.

Die Herrschaft des Einen fordert einzig sich zu entscheiden (!),
nicht mehr, das ist DAS WESEN der Zeit/von ZEIT und RAUM.

Die Einheit des Einen birgt die Konsequenz dieser Wahl.
Die Freiheit all seiner Geschöpfe IST diese Wahl.
Die Einheit von allem Erschaffenen birgt diese Konsequenz.

Die Freiheit seiner Geschöpfe wird durch den Einen (selbst) nicht eingeschränkt!
Über die Entscheidung der Geschöpfe wird der Eine kein Urteil sprechen!

Konsequenz ist die Auswirkung einer Wahl gemäß der EINHEIT von allen Wesen/Erschaffenem, aber kein Urteil.

Die Wahl wird von dem Einen (selbst) weder gelobt, noch getadelt.
Die Konsequenz der Wahl wird nicht durch den Einen, sondern durch die Einheit an die Entscheidung gebunden.
Keine Entscheidung wird durch den Einen selbst abgelehnt oder bevorzugt.
Die Forderung des Einen, sich zu entscheiden, ist an kein Urteil gebunden, die Wahl aber an die Konsequenz.
So wird auch keine Entscheidung durch den Einen selbst bevorzugt oder benachteiligt,
aber durch die Einheit aller Wesen/von allem Erschaffenen, wird jede Entscheidung Ihre Konsequenzen bringen.

Sind die Geschöpfe reich geworden an Erfahrung, altern sie.
Sie altern, da der SINN der Schöpfung die Erfahrung ist.
Ist die Erfahrung dem Geschöpf/den Geschöpfen GENUG, naht das Ende.





Das Bewusste und das Unbewusste

(31)
Wer nicht aus sich heraus erschaffen kann, der sollte nicht zerstören.
Wer nicht aus sich heraus heilen kann, der sollte nicht verletzen.
Wer nicht aus sich heraus vereinen kann, der sollte nicht trennen.

Das Erschaffene widersetzt sich der Zerstörung, dieser Widerstand will geachtet werden, um der Einheit aller Wesen Willen.
Das Erschaffene widersetzt sich der Verletzung, dieser Widerstand will geachtet werden, um der Einheit aller Wesen Willen.
Das Erschaffene widersetzt sich der Abtrennung/Einsamkeit, dieser Widerstand will geachtet werden, um der Einheit aller Wesen Willen.

Die Ordnung/Einheit des Einen verweilt nicht dabei zu zerstören, zu verletzen oder zu trennen.
Zu erschaffen, zu heilen und zu vereinen, dies ist die WIRKUNG des Einen in der Schöpfung.

Wer in der Einheit mit dem Einen ruht, ruht in sich/ im Geist, dies ist der rechte Platz neben dem Einen.
Wer in der Einheit mit der Schöpfung/dem Erschaffenem ist, wird in Ihr verweilen, dies ist der linke Platz neben dem Einen.
Für den Geist gibt es keine Geheimnisse, daher ist dies der rechte Ort.
Für die Schöpfung gilt es Geheimnisse zu erfahren, daher ist dies der linke/unbekannte Ort.

In der Schöpfung wähle den linken Platz und achte so, was immer Dir widerfährt.
Erkenne den EINEN in allen Erfahrungen.
In der Tat wähle den rechten Platz und verwirkliche so, was Du in Dir als EINHEIT erfahren hast.

So wird nur zerstört, was nach Zerstörung strebt, Zerstörung in sich trägt.
So wird nur verletzt, was nach Verletzung strebt, Verletzung in sich trägt.
So wird nur getrennt, was nach Trennung strebt, Abtrennung in sich trägt.

Die Ordnung/Einheit des Einen verweilt nicht dabei zu zerstören, zu verletzen oder zu trennen.
Die Schöpfung des Einen kennt Zerstörung, Verletzung und Trennung.
Dies ist die WIRKUNG der Einheit (von Allem) auf die Schöpfung.

Nichts wird aber zerstört werden, um der Zerstörung willen.. um etwas anderes zu erschaffen.
Nur um seiner Selbst willen, wird das, was nach Zerstörung strebt, zerstört werden.
Wer so zerstört, wird am Grab seiner Tat Trauer halten, wie auch der Eine Trauer hält am Tag der Tat.

Nichts wird so verletzt werden, um der Verletzung willen.. um etwas anderes zu heilen.
Nur um seiner Selbst willen, wird das, was nach Verletzung strebt, verletzt werden.
Wer so verletzt, wird am Ort seiner Tat Trauer halten, wie auch der Eine Trauer hält am Ort seiner Tat.

Nichts wird getrennt werden, um der Trennung willen...um etwas anderes zu vereinen.
Nur um seines Selbst Willen wird das, was nach Trennung strebt, getrennt werden.
Wer so die Trennung vollzieht, wird am Ort der Geburt/des Herausgehens Trauer tragen.

Auf diese Weise vollzieht der EINE die Schöpfung.





Der Kreis

(32)
Das was der SINN hinter der (individuellen) Schöpfung ist,
das was die Aufgabe hinter dem SINN ist,
das was die Erfahrung in der Aufgabe ist,
das ist der Name, den die (individuelle) Schöpfung trägt.

IN DER EINHEIT kann die Schöpfung nicht wirken.
ALS EINES kann die Schöpfung nicht zur Wirkung kommen.

Erst wenn sie EINEN NAMEN trägt, kommt sie zur Wirkung, erst wenn man sie BEIM NAMEN ruft, tritt sie in Erscheinung.

Wenn jene, denen die Macht übergeben wurde, die EINHEIT wahren,
verstehen sie zugleich den SINN hinter der individuellen Schöpfung,
die Aufgabe, zu der die Geschöpfe gerufen wurden und die Erfahrung, zu der sie sich versammeln.

Wenn jene, denen die Macht übergeben wurde, die Einheit NICHT wahren,
verstehen sie auch nicht den SINN hinter der individuellen Schöpfung, die Aufgabe zu der sie gerufen wurden und die Erfahrung, zu der sie sich versammeln.

Der Himmel kommt nicht auf die Erde hernieder.
Die Erde erklimmt nicht den Himmel.
Vereint sind Himmel und Erde, wie der Tau der Welt, doch es wird nicht gesehen.
Vereint sind Erde und Himmel, wie das Tau der Welt, doch es wird nicht erkannt.

Die Vereinigung trägt keinen Namen, das ist Ihr SINN.
Die Vereinigung selbst wird nicht gesehen, so bleibt sie verborgen.
Die Vereinigung selbst kommt nicht zur Wirkung, so verbleibt sie in sich.

Erst wenn der Himmel sich von der Erde trennt, der Geist sich von der Materie löst, wird der SINN der Vereinigung erkannt.
Erst wenn der Himmel sich von der Erde trennt, der Geist sich von der Materie löst, wird die EINHEIT in der Ordnung gesehen.
Erst wenn der Himmel sich von der Erde trennt, der Geist sich von der Materie löst, endet die (AUS)WIRKUNG der Trennung.

Erst wenn die Materie sich von DEM EINEN GEIST trennt, geschieht Schöpfung.
Erst wenn die Materie sich von DEM EINEN GEIST trennt, wird ein Geschöpf gerufen/gesehen.
Erst wenn die Materie sich von DEM EINEN GEIST trennt, kommt die TRENNUNG der Schöpfung zur (AUS)WIRKUNG.

DAS RICHTMASS der Trennung bewegt die Schöpfung.
Die MATERIE bestimmt das RICHTMASS der Trennung (!).
Das ist IHRE FREIHEIT.

Die Auswirkung der Trennung ist das Geboren werden, das Hervortreten.
Das Beenden der Trennung ist das Altern, das Hineingehen.
Die Auswirkung der Trennung ist die Berufung, das Gerufen werden.
Das Beenden der Trennung ist das Ende der Berufung, das Gestaltlose.
Die Auswirkung der Trennung ist die Schöpfung.
Das Beenden der Trennung ist das Ende der Schöpfung.

Auf diese Weise begrenzt die Materie die Trennung.
Auf diese Weise wird durch sie alles in die Einheit zurückgeführt.
Auf diese Weise liegt die Macht in Ihren Händen, solange die Trennung zur Auswirkung kommt.

Wer das weiß, wird sich durch Krankheit, Alter und Tod nicht verwirren lassen.
Wer das weiß, erkennt die Mutter und die Glieder der Mutter.
Wer das weiß, erkennt den Vater und die Glieder des Vaters.
So wie er einen Bach, einen Fluss und einen Strom erkennt
und doch sieht, das dies alles EIN Wasser ist.
Und wie er erkennt, dass das Wasser seinen Ursprung weder im Himmel, noch auf der Erde nimmt,
sondern bewegt wird und so viele Namen, Auswirkungen und Erscheinungsformen trägt,
weiß er, das die Ordnung Ihren Ursprung weder im Himmel noch auf der Erde nimmt, sondern durch Ihre Bewegung entsteht.
Er weiß um diese Ordnung, wie um die Glieder einer Kette, ohne das er eines davon größer oder geringer, zuerst oder zuletzt nennen würde.

Das Wasser nimmt seinen Ursprung nicht in der Quelle, doch wenn es aus der Quelle hervortritt, fließt es solange bis es einmündet.





Das Außen und das Innen


(33)
Wer weiß, wie das Außen sich im Außen zusammenfügt, ist klug, wer weiß, was das Außen im Inneren zusammenhält, ist weise.
Wer dem Außen widersteht, ist stark, wer im Inneren besteht, ist mutig.
Wer seinen Willen im Außen durchsetzt, zeigt Kraft, wer seinen Willen dem Inneren fügt, erlangt dessen Früchte.
Wer das ausformt, was er selbst im Außen ist, zeigt Beständigkeit, wer das findet, was er selbst im Innerstes ist, überwindet den Tod.





Das Wirken von Bewusst und Unbewusst

(34)
Die ORDNUNG des EINEN ist ALLGEGENWART und die ORDNUNG ruht IN IHM:
Der linke (unbewusste) Ort ist bei dem EINEN,
auf diese Weise ruht der Unbewusste/das Unbewusste in Ihm, der rechte (bewusste) Ort ist in dem EINEN,
auf diese Weise ruht der Bewusste/das Bewusstsein in Ihm.

Nichts kann außerhalb des EINEN sein, da nichts außerhalb des EINEN existiert.

Die Schöpfung erschafft die Bewegung.
Die Bewegung IST die Schöpfung (!)
..und der Schöpfer verweigert sich dieser Bewegung nicht!
Mit dem Zulassen von Bewegung IN SICH wird das Werk der Schöpfung vollbracht.

Alles was existiert scheint durch die Schöpfung (von Zeit und Raum) aus Ihm herauszutreten,
alles was existiert scheint durch die Schöpfung (von Bewegung und Leben) in Ihn einzutreten.
Doch in Wahrheit ruht alles in Ihm, in Wahrheit gibt es kein ein- oder austreten,
doch die VORSTELLUNG/DAS BEWUSSTSEIN VON BEWEGUNG
IST die Schöpfung!

Der Eine bestimmt nicht die Art der Bewegung,
doch es ist unveränderbar, dass es die Bewegung EINES EINZIGEN, EINER EINHEIT ist.

Der Eine bestimmt nicht über die Größe der Bewegung,
doch es ist unveränderbar, was der Schöpfer (in_sich_ruhende_Einheit) und was die Schöpfung (nicht_in_sich_selbst_verbleibende_Bewegung) ist.

Die Schöpfung kann den Schöpfer nicht verändern, da der Ursprung der Schöpfer ist und der Schöpfer ohne Ursprung ist.

Als der EINE URSPRUNG ist der Schöpfer UNWANDELBAR.

Das verbindende Element im Bewusstsein der Bewegung ist DIE LIEBE, so wird DIE LIEBE zum VERBINDENDEN ELEMENT in der SCHÖPFUNG.

DIE LIEBE ist es, die DAS EINE BEWUSSTSEIN im Bewusstsein der Bewegung mit allem verbindet.
So offenbart sich DAS EINE BEWUSSTSEIN durch DIE LIEBE.

DIE LIEBE ist das ALLES VERBINDENDE ELEMENT DER SCHÖPFUNG.
DIE LIEBE und DAS EINE BEWUSSTSEIN DER SCHÖPFUNG sind UNTEILBAR.

Da DER EINE allen Geschöpfen dient sich selbst hervorzubringen, indem er diese Bewegung für sie erschafft und die Größe der Bewegung IN SICH zulässt,
kann man Ihn DEN DIENER VON ALLEN nennen.

Da NICHTS ohne IHN wäre, es keine Bewegung gäbe, wenn er sie nicht in sich erschaffen würde und es so keine Größe der Bewegung gäbe,
wenn er sie nicht durch die Liebe/das eine Bewusstsein verbinden würde, kann man Ihn DEN HÖCHSTEN VON ALLEN nennen.

Auf diese Weise wirkt der EINE: Er dient ALLEN SEINEN GESCHÖPFEN!
Das ist es, was dem EINEN in der Schöpfung seine GRÖSSE verleiht.

Auf diese Weise wirkt der Berufene.
Er dient DEM EINEN der ALLEN dient.
Das ist es, was dem Berufenen in der Schöpfung seine Größe verleiht.





Das verbindende Element

(35)
Wer sich mit der Liebe verbindet, zu dem kommt die Welt.

Sie kommt zu Ihrem verbindenden Element,
da die Liebe heilt, was verletzt wurde,
da die Liebe das Gleichgewicht wieder herstellt,
da die Liebe zusammenfügt, was getrennt wurde,
da die Liebe alles in Ihre Einheit zurückführt.

Ein Rufen und Locken ist in der Liebe, darum kommt die Welt zu Ihr.

Wer dem Ruf der Liebe folgt, dem offenbart sich die Ordnung der Welt.
Wer dem Ruf der Liebe folgt, dem offenbart sich die Heilung der Welt.
Wer dem Ruf der Liebe folgt, dem offenbart sich die Einheit aller Geschöpfe.

Wer der Liebe folgt, findet kein zweites in Ihr.
Wer die Liebe hört, hört kein zweites in Ihr.
Wer in der Liebe ist, sieht Ihr Ende nicht.

Alles umfaßt das Wesen der Liebe, daher umfaßt die Liebe kein zweites.
Kein Wesen kann die Liebe umfassen, darum ist kein zweites in Ihr.





Die Anbindung an das Kreuz

(36)
Das verbindende Element entspringt der Liebe.
Was im Rahmen von Zeit und Raum als Liebe verwirklicht wird, entscheidet über die Ausdehnung.
Was im Rahmen von Zeit und Raum gegen die Liebe wirkt, entscheidet über die Begrenzung.

Was im Rahmen von Zeit und Raum an Kraft(Vertrauen) verwirklicht wird, entscheidet über das Fortschreiten.
Was im Rahmen von Zeit und Raum die Kraft(das Vertrauen) schwächt, entscheidet über die Umkehr.

Was im Rahmen von Zeit und Raum LEBT ist an die Verwirklichung von Liebe und Kraft gebunden.
Ohne die Existenz (Verwirklichung) von Liebe und Kraft ist kein LEBEN möglich.

Aus dem NICHTS kann sich kein Leben verwirklichen.

Liebe und Kraft (Vertrauen) ist der Ursprung allen LEBENS.
Die Verwirklichung von Liebe und Kraft (Vertrauen) entscheidet über das Fortschreiten/ die Ausdehnung des Lebens.

Der Ursprung von Allem ist die Einheit von Liebe und Kraft.

Nichts kann gegen die Kraft (das Vertrauen) wirken, ohne dass es gegen die Liebe wirkt.
Nichts kann gegen die Liebe wirken, ohne dass es gegen die Kraft (das Vertrauen) wirkt.
Sind Liebe und Vertrauen vereint, erneuert sich die Schöpfung.
Das ist das Geheimnis der Zeugung.

Liebe und Vertrauen besiegen die Angst.
Liebe und Vertrauen überwinden den Tod/die Vergänglichkeit.

Schwänden Liebe und Vertrauen ohne zugleich die Erfahrung (den Erfahrungsraum) zu begrenzen,
würde das Fortschreiten des LEBENS einem Fisch gleichen, den man dem Wasser entnimmt und der doch nicht sterben darf.

Schwänden Liebe und Vertrauen ohne die Erfahrung (den Erfahrungsraum) durch den Tod zu begrenzen, das Sterben (die Angst) nehme kein Ende.





Die Selbstgestaltung der Schöpfung

(37)
Das was in der Schöpfung ZUR WIRKUNG kommt, ist nicht der Schöpfer(!)
Der Urgrund der Schöpfung SELBST bleibt ohne Handlung.

Wenn jene, denen die Macht übergeben wurde, um die EINHEIT aller Geschöpfe wüssten,
sie würden nicht eingreifen in die Selbstgestaltung/den freien Willen von irgendeinem Geschöpf, da sie um die Einheit dieses einen wüssten.

Wie der Urgrund der Schöpfung selbst, würde sie keine EIGENEN WÜNSCHE in die Gestaltung der Geschöpfe mit einbringen,
sondern sie SICH SELBST gemäß IHRER WÜNSCHE entwickeln lassen.

Das Eingreifen in die Selbstschöpfung aller Wesen, entspringt dem Unwissen/der Trennung vom Schöpfer.
Das Vertrauen in die Schöpfung entspringt dem Wissen, der Einheit mit dem Schöpfer.

Wo Trennung/Schmerz erschaffen wird von einem Geschöpf und seiner Selbstschöpfung,
verringert sich die Kraft, das Vertrauen in die Schöpfung VON SELBST und somit der RAUM für diese Erfahrung.

Wer EINS ist mit der Schöpfung/dem Schöpfer wünscht daher nicht einzugreifen in die Selbstgestaltung der Geschöpfe,
da sich die Schöpfung VON SELBST gemäß Ihrer Auswirkung verringert oder erweitert.

Wer EINS ist mit der Schöpfung/dem Schöpfer, wünscht daher nichts in Bewegung zu setzen, damit alles SICH SELBST bewegt und so erfahren kann.

Auf diese Weise gestaltet sich die Schöpfung SELBST und ist zugleich gebunden an Ihre Einheit, die unwandelbar ist, und aus der sie hervortritt.





Das Eintreten in die Schöpfung


(38)
Die Offenbarung der Essenz

Die Essenz jeder Offenbarung, die sich durch Bewegung/Leben offenbart, sucht selbst die Bewegung/das Leben nicht.
Daher: Wenn der Geist die Bewegungen des Lebens nicht mehr sucht, kann die Essenz des Lebens sich durch Ihn offenbaren.

Der Geist, der sich selbst bewegt, findet keine Offenbarung.
Der, der sich selbst bewegt, durch den kann die Essenz des Lebens sich nicht offenbaren.

Die Essenz des Lebens selbst ist ohne Bewegung, ohne Streben, ohne Ziel.

Daher: Wenn der Geist nicht mehr durch Wunsch oder Streben sich selbst bewegt, kann die Essenz des Lebens sich durch Ihn offenbaren.

Einer, der die Essenz des Lebens sucht, indem er sich selbst bewegt, ist wie einer, der gerecht sein will durch handeln. Es bleibt Ihm versagt.

Einer der die Essenz der Liebe sucht, indem er sie selbst offenbart, ist wie einer, der die Liebe durch Moral fassen will. Es bleibt Ihm versagt.

Die Essenz des Lebens kann nicht durch Streben erlangt werden.
Die Essenz der Liebe kann nicht durch Bewegung offenbart werden.

Die Essenz des Lebens ist der Urgrund der Bewegung.
Daher kann die Essenz nicht durch Streben erlangt werden.

Die Essenz der Bewegung ist die Liebe.
Daher kann die Liebe nicht durch eigene Bewegung erfaßt werden.

Daher: Wer die Essenz des Lebens finden will, muss das Streben aufgeben/zur Ruhe kommen.
Wer die Essenz der Liebe finden will, muss sich von Ihr bewegen/erfassen lassen.

Wer die Essenz des Lebens durch Streben erlangen will, wird in die Irre gehen.
Wer die Essenz der Liebe fassen will, indem er sich selbst bewegt, wird verwirrt werden.
Wer selbst gemäß der Ordnung handeln will, wird durch sein Handeln/Denken zu Fall kommen.

Sich selbst zu bewegen, anstatt in sich zu gehen, ist der erste Schritt des Toren.
Selbst zu bewegen, anstatt sich bewegen zu lassen, ist der zweite Schritt des Toren.
Selbst zu handeln, gemäß einer Überlegung/einem Glauben, ist der letzte Schritt des Toren.

Wer auf diese Weise sucht, muss in die Irre gehen.
Wer auf diese Weise sucht, der wird die Essenz nicht fassen.
Wer auf diese Weise sucht, den kann die Essenz der Liebe nicht bewegen.
Auf diese Weise kann man nicht in die Essenz eintreten/dem wird sich die Pforte nicht öffnen.

Vom rechten (richtigen) Eintreten:
Er hält sich an das, was im Außen keine Bewegung offenbart (den Geist) und nicht an das, was durch den Geist bewegt erscheint (das Außen).
Er greift nach dem, was sich in Ihm selbst/im Geist offenbart und bindet sich nicht an das, was geglaubt oder gedacht wird, das sich durch das Bewusstsein offenbart.
Er taucht ein, was Ihm selbst (im Geist) am Nächsten ist und greift nicht nach dem, was dem eigenen Bewusstsein fern ist.





Die Materie

(39)
Der Geist, der die Materie verläßt, erlangt die Einheit mit Allem zurück, indem er dieser Bewegung folgt.
Diese Bewegung aus der Materie hinaus, ist der Weg des Geistes zur Einheit.
...das was fest erscheint, wird so leicht und verflüchtigt sich (offenbart seine Formlosigkeit).

Das was in die Materie hineinführt, erlangt die Einheit mit Allem, indem es diesem Weg folgt.
Die Bewegung des Geistes in die Materie hinein ist der Weg der Schöpfung.
..das was leer ist, erscheint so fest und nimmt (selbst) Gestalt an.

Der Weg des Geistes ist der Weg der WIRKUNG/des Erkennens.
Indem die WIRKUNG erkannt wird, wird sie losgelassen.
Dies ist die Bewegung/Erfahrung des Geistes in der Schöpfung.

Der Weg der Materie ist der Weg der HINGABE/des Kennen_lernens der Bewegung.
Indem die Materie sich der Wirkung (des Geistes) hingibt, erlangt sie Ihre Erfüllung.
Dies ist das Bewegt_werden der Materie in der Schöpfung.

Der GEIST gelangt durch diese Bewegung aus der Materie zur EINHEIT mit dem was die Materie um Ihn herum ist. Der GEIST erlangt so sein LEBEN.

Die MATERIE erlangt durch diese Bewegung Ihre Einheit mit dem Geist, was der Geist in Ihr ist. Die MATERIE wird so BELEBT.

IN DER EINHEIT MIT DER MATERIE bestimmt der Geist den Zeit/Raum seines LEBENS.
IN DER EINHEIT MIT DEM BEWEGTEN GEIST bestimmt die Materie den Zeit/Raum Ihrer ERFÜLLUNG.

So ist DIE MATERIE das Richtmaß Ihrer Erfüllung durch den Geist.
So ist DIE MATERIE das Richtmaß des bewegten Geistes, da sie den Zeitraum der Bewegung bestimmt.

Dieses Richtmaß an Bewegungen wird bestimmt durch EIN EINZIGES, (bildet zusammen EINE EINHEIT),
da BEIDE in EINER EINZIGEN BEWEGUNG Ihren Ursprung haben.

Würde das Hervortreten und das Erfüllt werden NICHT einer einzigen Bewegung folgen,
würde der Weg aus der Materie hinaus, die Einheit (von Geist und Materie/ Wahrheit und Illusion/ Schöpfer und Schöpfung) zerbrechen.
Da diese Einheit aber unwandelbar ist, kann die Bewegung aus der Materie hinaus, diese Einheit nicht zerbrechen, sondern kehrt zu Ihr zurück.

Würde es NICHT einer einzigen Bewegung folgen,
würde der Weg in die Materie hinein/die Hingabe an den Geist, die Einheit (von Materie und Geist, Illusion und Wahrheit, Schöpfung und Schöpfer) zerbrechen.
Da diese Einheit aber unwandelbar ist, kann die Bewegung der Hingabe an den Geist, diese Einheit nicht zerbrechen, sondern mündet in sie ein.

Würde der Geist nicht aus der Materie austreten und so zur Wirkung kommen, bliebe der Geist leer und ohne Bewegung.
Würde die Materie nicht durch den Geist erfüllt werden, wäre sie (als Materie) selbst nicht (existent) und trüge keine Form.

Würde die Materie den Geist nicht erheben, indem sie Ihm (wie eine Leiter) dient, und er sich so aus Ihr erheben kann, gäbe es keine Bewegung.

Durch diese Bewegung kann der Geist die Materie erfüllen.
Durch die Existenz der Materie(Schöpfung/Illusion) kann der Geist Bewegung in sich tragen.

Darum: Der Geist, der in der Schöpfung ZUR WIRKUNG kommt, hat die Materie/Illusion zum Urgrund/als Wurzel.
Das was als das Höchste scheint, wäre nicht, hätte es sich nicht aus diesem Urgrund erhoben.

Wer um diese Wahrheit weiß, wird sich nicht nach dem Höchsten benennen, da er um sein Hervortreten weiß.

Er wird als Vater und Mutter benennen, was verwaist ist.
Er wird preisen, was gering geachtet wird.
Er wird jenem dienen, das man in der Welt zurückweist.

Er wird wissen, dass es ohne die Einheit von Geist und Materie, kein Fahrzeug und keine Bewegung gäbe.
Er wird wissen, dass es ohne die Materie, kein Juwel und keinen Glanz gäbe.





Die Wahrheit


(40)
Die Wahrheit/Ordnung des Einen/der Einheit offenbart sich nicht beim Heraustreten aus Ihr,
sondern durch das Eintreten/Zurückkehren in sie.

Die Wahrheit/Ordnung des Einen/der Einheit offenbart sich nicht bei dem, der durch sich selbst stark ist,
sondern bei dem,
durch den die Einheit zur Wirkung kommt.

Die Wahrheit/Ordnung des Einen/der Einheit offenbart sich nicht durch eine Bewegung,
sondern durch die Art des Ursprungs und der Vollendung dieser Bewegung.

Die Wahrheit/Ordnung des Einen/der Einheit hat Ihren Ursprung nicht im Sichtbaren, durch etwas, das zur Wirkung kommt,
sondern im Unsichtbaren/Verborgenen, als Ursache von allem, das zur Wirkung kommt





Das Maß aller Dinge


(
41)
(Über das höchste Maß an Ordnung kann nicht gesprochen werden.
Das höchste Maß an Ordnung kann nicht gehört oder gelehrt werden.
Das höchste Maß kann nur durch das Sein selbst erfahren werden.)

Wenn einer das höchste Maß an Ordnung durch sein Sein wiedererkannt hat,
wird er sich bemühen, nach dieser Erkenntnis zu handeln.

Wenn einer über ein großes Maß an Ordnung hört, wird er darüber nachsinnen, fassen ,
was er im Sein erfahren kann und loslassen, was nicht das Seine ist.

Wenn einer über eine Art von Ordnung hört, über die man nicht in rechter Weise nachsinnen kann,
die man auch nicht auf rechte Weise im Sein erfassen kann,
so wird er weder etwas davon fassen, noch loslassen, sondern laut darüber lachen,
da es weder erfassen kann, noch loslassen muss.

Wenn einer nicht dannach handeln kann, noch etwas davon fassen kann, noch darüber lachen kann,
so betrifft es diesen nicht und er widmet Ihr keine Aufmerksamkeit.

Darum sagt man: Der klarste Sinn erscheint dunkel, da er als das, was er ist, nicht ins Licht getragen werden kann.

Die Ordnung als WEG darzustellen, erscheint als Rückschritt (schlechter), als sie im Dunkel zu belassen, darüber Schweigen zu waren.

Die Ordnung als etwas darzustellen,
was einmal gefasst werden kann und einmal losgelassen werden muss,
erscheint den meisten unklar/rauh.

So ist es auch mit dem Leben/der Bewegung.
Ist ALLES bewegt, erscheint DAS GANZE unbewegt und ist so in sich leer.
Die höchste Hingabe/Liebe an das Leben findet sich in dem,
den man als letzten nennt, am meisten schmäht, am wenigsten achtet.

Der RAUM des Lebens erscheint ungenügend,
denn so wie die Ordnung im Weg begrenzt erscheint,
erscheint das Leben durch den Raum begrenzt.

Die Stärke des Lebens erscheint zu trügen,
da sie einmal zu fassen ist,
einmal losgelassen werden muss.

Das unveränderbare WESEN der Ordnung erscheint veränderlich, sobald es sich als LEBEN offenbart.
So erscheint die unwandelbare Ordnung veränderlich, wenn sie sich im RAUM offenbart.

Die Größe des (Schöpfungs-)Raumes kann sich nicht in einem Raum offenbaren.
Darum offenbart sich die Schöpfung in vielen Räumen.

Die Größe des einen Werkes kann sich nicht in einem Werk offenbaren.
Darum offenbart sich das eine/große Werk in vielen Werken.

Die Größe des einen (Schöpfer-)Tones kann sich nicht in einem Ton offenbaren.
Darum offenbart sich der eine (Schöpfer)Ton durch die Vielzahl der Töne.

Die Größe des Bildes kann sich nicht in einem Bild offenbaren.
Darum offenbart sich das eine/große Bild durch die Vielzahl der Bilder.

Ist die Ordnung verborgen, ist sie in sich vollkommen.
Ist die Ordnung offenbart, erscheint sie unvollkommen.
Der SINN der Ordnung ist, sich selbst zu offenbaren.
Daher offenbart sich die Ordnung, bis sie selbst in den SINN einmündet.





Individualität


(
42)
Die Offenbarung der Ordnung führt in die Einheit zurück
..auf diese Weise schließt sich der Kreis.
Die Offenbarung des Einen führt in die Trennung
..auf diese Weise öffnet sich der Kreis.
Die Trennung bewirkt die Wiedervereinigung
..auf diese Weise bildet sich der Kreis.
Durch die Ordnung, die Einheit und die Trennung existiert der Kreis
..und alles was erfahrbar ist.

Alle Geschöpfe kommen vom Sein zum Bewusstsein durch die Erfahrung der Trennung.
Durch die Trennung erfassen/umfassen sie das Wesen der Einheit/des Einen.
Und da sie aus Einem kommen und zu einem Einzigen gehen/ diesen Einen umfassen/erfahren, ist die Summe Ihrer Bewegung EINS.
(diese Einheit der Bewegung offenbart sich als Ordnung)

So folgen auch die Menschen dieser Ordnung der Schöpfung.
Daher meiden/fürchten sie es verlasssen/einsam zu sein oder in der Minderheit.
Und obgleich sie sich auf diese Weise verhalten/versammeln, wählen sie doch einen Einzigen aus Ihrer Mitte,
der Ihre Selbst_Bewegung/Ihr eigenes Streben als Einzelner offenbart.

Denn entweder offenbart sich der Eine/die Einheit durch viele Einzelne.
Oder die Vielfalt des Einen offenbart sich durch einen Einzigen.

Was andere schon verkündeten, verkünde auch ich:
Es ist der Eckstein meiner Lehre!

Jene, die einen großen Anteil der Kraft offenbaren
(nicht den Einen als Vielfalt, sonder die Vielfalt als einen Einzigen offenbaren),
münden nicht ein, wie die Vielfalt es tut,
als Einzelne offenbaren diese mit, durch und im Eintreten in die Einheit, den EINEN durch sich selbst.





Die Ausrichtung der Schöpfung


(43)
Das Formlose steht vor und nach dem, das Form annimmt.
Das Unoffenbarte steht vor und nach dem, das sich offenbart.

Daran erkennt man die Ausrichtung der Ordnung:
Sie führt von der Formlosigkeit in die Form und zurück in Ihren Ursprung.
Sie führt vom Unoffenbarten zum Offenbarten und zurück zu Ihrem Ursprung.
Dies ist die Ausrichtung der Schöpfung.

(Selbst)Erkenntnis ohne Form und Offenbarung erlangen nur die Wenigsten auf Erden.
Daher:
(Selbst)Erkenntnis ist der SINN von Ausrichtung, Form und Offenbarung.





Die Ausrichtung zur Selbsterkenntnis

(44)
Was steht näher? Die Aufgabe/Berufung oder das ich/Ego?
Was wiegt schwerer? Das Selbst oder der Besitz?
Was wird gemieden? Der Verlust oder der Gewinn?
Wer dem Ego/ich nachfolgt und nicht seiner Berufung, verfehlt das Große und folgt dem Notwendigen.
Wer nach Besitz strebt, strebt nicht nach sich selbst.
Wer den Gewinn meidet, den kann der Verlust nicht ängstigen.
Wer seiner Berufung folgt, nach sich selbst strebt und den Gewinn meidet, dem erwächst auf dem Weg keine Gefahr.
Die Früchte dieses/seines Wirkens überdauern den Tod.





Die Ursache der Ausrichtung


(
45)
Keine Vollendung ist möglich, wäre nicht die Unzulänglichkeit Ihr Anbeginn.
Vom Anbeginn bis zur Vollendung kann so der Vollendete zur Wirkung kommen.

Keine Erfüllung wäre möglich, wäre nicht der Mangel Ihr Anbeginn.
Vom Mangel im Anbeginn bis zur Erfüllung durch den Einen, vollendet sich so die Wirkung der Einheit.

Keine geradlinige/rechte Gesinnung wäre möglich, wäre nicht die Verwirrung Ihr Anbeginn.
Die geradlinige/rechte Gesinnung erwächst aus der Erfüllung und Ihrer Vollendung.

Keine Begabung wäre von Nöten, wäre nicht die Einfachheit/Einheit/Gleichheit Ihr Anbeginn.
Durch Erfüllung und Vollendung erwächst die Begabung im Einzelnen.

Die Größe einer Lehre/eines Lehrers tritt lautlos in Erscheinung.
Mit vielen Worten zeigt sich die Lehre/der Lehrer im Anbeginn, in der Stille/der Vollendung offenbart sich Ihr Ende/die Größe.

So bewegt sich der Unzulängliche zu seiner Vollendung und überwindet den Anbeginn.
So überwindet das Wortlose/Namenlose die Leere und offenbart sich durch seine Erfüllung.
So erfüllt sich die Lehre durch Ihre Vollendung und zeigt das Richtmaß der Welt.





Die Auswirkung der Ausrichtung

(46)
Wenn der Mensch auf Erden seine Berufung erfüllt, werden die Stärksten sich nicht scheuen einfachste Dienste zu tun.
Wenn der Mensch auf Erden nichts von seiner Berufung weiß, werden die Stärksten sich über die Schwachen erheben.

Kein größerer Verlust ist möglich, als das Selbst/die Berufung zurück zu weisen und dem Besitz als Ego zu dienen.

Der Verlust wird zum Unglück, das Unglück zum Unheil, wenn der Mensch das Selbst lässt und dem ich genügt.
Dem Unglück folgt das Unheil, denn: Je größer das Streben nach Besitz, um so größer das Streben nach Gewinn.
Je größer das Streben nach Gewinn, um so größer der verursachte Mangel/Verlust.

Wer dem Ewigen (Selbst) dient, genügt sich selbst.
Wer sich selbst genug ist, empfindet und verursacht keine Mangel.
Wer keinen Mangel verursacht oder empfindet, dem offenbart sich kein Unheil.
Nur wer dem Ewigen (Selbst) dient, nährt daher den ZEIT_RAUM der Schöpfung.





Die wahre (zur Wahrheit führende) Ausrichtung


(47)
Die Berufung wird nicht erkannt, indem man sein Haus verlässt, sondern in sich selbst einkehrt.
Auf dies Weise wird die Berufung erkannt und durch dieses Erkennen auch alles andere.
Das wahres Selbst wird nicht dadurch gesehen, dass man durch ein Fenster blickt, sondern in sich selbst Einschau hält.
Auf diese Weise wird das wahre Selbst gesehen und durch dieses Sehen auch die Natur von allem anderen.

Je öfter Einsicht gehalten wird, umso tiefer wird die Sicht werden.
Je tiefer die Einsicht ist, umso größere Selbst_Erkenntnis wird sie bringen.
Je seltener Einsicht gehalten wird, umso äußerlicher wird die Sicht werden.
Je stärker die Sicht der Dinge an der Oberfläche bleibt, umso mehr schwindet die Erkenntnis, die zur Wahrheit führt.
Immer weniger wird so das Erkennen und das wahres Sehen, von sich und allem anderen.

Der Berufene wird nicht dadurch erkannt, dass er von Haus zu Haus zieht, sondern dadurch, dass er eine Einsicht, ein Erkennen auslöst.

Der Berufene wird nicht dadurch erkannt, dass er viel gesehen hat, gelehrt ist, sondern dadurch, dass er das Wesen der Dinge bei Namen nennen kann, es sieht.
Durch dieses Wirken vollendet der Berufene sich selbst.





Der Weg

(48)
Wer die Ordnung der Welt erforscht, indem er durch eine Tür geht, den hält das Erforschen der Welt mit jedem Tag mehr in Atem.
Wer die Ordnung der Welt erforscht, indem er in sich einkehrt, den lässt das Erkennen der Welt mit jedem Tag stiller werden.

Der, der in sich Selbst die Ordnung der Welt sucht, verringert das Bewegen der Welt durch sich selbst.
Mit dem Fortschritt der Reise, nimmt das Verlangen ab, die Welt durch sich selbst zu bewegen.
Bis er nur noch still sitzt und es die Welt ist, die sich um Ihn bewegt.
Er selbst hat keinen Anteil mehr an dieser Bewegung.

So gelangt der Suchende in die Mitte aller Dinge.
So wird der Suchende EINS mit dem All_Seienden.
So findet der Suchende die Erkenntnis über die Ordnung der Welt.

Wer die Ordnung der Welt erforscht, indem er sich selbst bewegt,
der wird die Erkenntnis nicht finden, die Mitte des All_Seienden nicht erlangen.





Der Wille zur Verbundenheit


(49)
Der Berufene liebt, doch das Richtmaß seiner Liebe ist nicht er selbst.
Der Berufene liebt, doch das Richtmaß seiner Liebe ist die Liebe selbst.
Was bedeutet das?

Seine Liebe unterscheidet nicht zwischen Erwählten, da sie gut erscheinen,
und Unerwünschten, da sie schlecht erscheinen.
Das Maßstab seiner Liebe ist die Liebe selbst, daher unterscheidet er nicht.
Es gibt nichts, was die Liebe ausschließt, sonst wäre es nicht die Liebe.

Das RICHTMASS des Lebens ist die Liebe!

Der Berufene ist treu, doch das Richtmaß seiner Treue ist nicht er selbst.
Der Berufenen ist treu, doch das Richtmaß seiner Treue ist die Liebe.
Was bedeutet das?

Seine Treue unterscheidet nicht zwischen Getreuen und Treulosen.
Der Maßstab seiner Treue ist die Liebe selbst, daher schließt seine Treue Niemanden aus.
Es gibt nichts, das von seine Treue ausgeschlossen wird, sonst wäre das Richtmaß seiner Treue nicht die Liebe.

Die Liebe verbindet alles, daher ist die Treue der Ausdruck der Liebe durch Verbundenheit.
Das RICHTMASS des Lebens ist der Bund der Liebe.

Der Berufene ist still, doch sein Herz ist weit, und es gibt nichts, dass er dagegen tun will, und es gibt nichts, dass er daran ändern will.

Daher liebt Ihn die Welt, da sie seine Liebe fühlt, daher wendet sich die Welt von Ihn ab, da sie seine Liebe nicht versteht.
Daher fühlt sich die Welt mit Ihm verbunden, da sie seine Verbundenheit fühlt, daher lehnt die Welt Ihn ab, da sie seine Verbundenheit nicht erkennt.

Für den Berufenen macht dies keinen Unterschied, das Richtmaß seiner Liebe ist die Liebe selbst.
Für den Berufenen macht dies keinen Unterschied, das Richtmaß seiner Verbundenheit ist die Liebe selbst.

(Auf diese Weise spaltet der Berufene die Welt, auf diese Weise stellt der Berufene die Welt vor eine Wahl.
Auf diese Weise erneuert sich die Verbundenheit, auf diese Weise wird die Erneuerung des Bundes abgelehnt.)




Der Widersacher des Lebens

(50)
Hinauszugehen aus der Einheit, sich zu trennen von dem Einen, ist das Leben.
Heimzukehren in die Einheit, wieder eins zu werden mit dem Einen, ist der Tod.

Offenbarungen des Lebens gibt es 3)
Doch diese Offenbarungen können sich verzehnfachen und verzehnfachen und so die Vielfalt des Einen durch das Leben offenbaren.
Offenbarungen des Todes gibt es 3)
Doch diese Offenbarungen können sich verzehnfachen und verzehnfachen und so die Vielfalt des Einen durch das Sterben offenbaren.

Den Weg des Todes zu beschreiten um DAS LEBEN zu erlangen, gibt es 3)
Auch wenn die Erscheinungsform dieses Weges sich verzehnfacht offenbaren kann.

Warum?

Weil dieser Weg die Ordnung/das Wort des EINEN IN, MIT und DURCH diesen Weg offenbart.
Auf diese Weise verwirklicht sich DAS WORT/die Ordnung des Einen durch mit und in diesem Leben/Weg.

Durch diese Offenbarung erhält der Eine seinen Platz in der Ordnung des Lebens: im Anfang, im Mittelpunkt und im Ende.
Dieser Weg offenbart den Einen im Anfang des Weges, im Begehen des Weges und in seinem Ende.

Auf welche Weise verwirklicht sich das Wort/die Ordnung des Einen?
Auf die Weise, wie dieser die Welt betritt, auf die Weise wie dieser durch die Welt geht, auf die Weise, wie dieser die Welt verlässt.
Auf diese Weise nimmt dieser das Wort des Einen an, auf diese Weise nimmt dieser die Führung des Einen an, auf diese Weise vollendet dieser seine Berufung.

Dadurch offenbart sich IM LEBEN, dass die Furcht keinen Bestand hat, wenn die Ordnung/das Wort des Einen die Begründung ist.
Dadurch offenbart sich IM LEBEN, dass die Furcht keinen Bestand hat, wenn die Ordnung/das Wort des Einen die Ursache ist.
Dadurch offenbart sich IM LEBEN, dass die Furcht keinen Bestand hat, wenn die Ordnung/das Wort des Einen das Richtmaß ist.

Auf diese Weise tritt dieser den Kräften der Furcht entgegen, wenn sie sich gegen Ihn stellen.
Auf diese Weise tritt dieser den Kräften der Furcht entgegen, wenn sie seinen Weg verändern wollen.
Auf diese Weise tritt dieser den Kräften der Furcht entgegen, wenn sie Ihn vernichten wollen/zu leugnen suchen, was er ist.

Dieser, der den Weg des Todes geht, um das Leben zu offenbaren, benötigt keine Rüstung, um diese Kräfte abzuwehren, da sie Ihn nicht erlangen können.
Dieser, der den Weg des Todes geht, um das Leben zu offenbaren, benötigt keine Waffe, um diese Kräfte abzuwehren, da diese Kräfte Ihn nicht belangen können.

(Wer sagt, dass eine Rüstung von Nöten ist, der weiß es nicht.
Wer sagt, dass eine Waffe von Nöten ist, der weiß es nicht.
Welche Waffe könnte sich gegen einen stellen, der in der Einheit mit der Ordnung des Einen handelt?
Des Einen, der über allem ist und in Allen ist?)

Der Speer findet kein Ziel, da Speer und Ziel EINS sind.
Das Schwert findet kein Fleisch, da Schwert und Fleisch EINS sind.
Der Jäger findet keine Beute, da Jäger und Beute EINS sind.

Auf diese Weise offenbart dieser Weg den Anfang, das Ende und die Einheit von Allem mit dem Einen.

Durch die Verwirklichung dieses Weges wird erkannt, dass die Ordnung des Einen kein Speer und kein Ziel kennt.
Durch die Verwirklichung dieses Weges wird erkannt, dass die Ordnung des Einen kein Schwert und kein Fleisch kennt.
Durch die Verwirklichung dieses Weges wird erkannt, dass die Ordnung des Einen keinen Jäger und keine Beute nennt.

Dieser Weg offenbart durch seine Verwirklichung, dass der Widersacher des Lebens/die Furcht, keinen Bestand hat, sobald die Ordnung des Einen sich selbst offenbart.





Das Gebot

(51)
In der Einheit mit dem Wort/der Ordnung tritt DAS LEBEN hervor.
Diese Erneuerung gibt dem Leben seine Ausrichtung/sein Bestreben.

In der Einheit mit dem Wort/der Ordnung wird DAS LEBEN genährt.
Das Erhalten des Lebens gibt dem Leben seine Ausrichtung/sein Bestreben.

In der Einheit mit dem Wort/der Ordnung formt DAS LEBEN sich aus.
Diese Gestaltung verleiht dem Leben sein Wesenhaftes/seine Individualität.

In der Einheit mit dem Wort/der Ordnung vollendet sich DAS LEBEN, indem es in seinen Ursprung zurückkehrt.
Durch diese Heimkehr offenbart das Leben seine Kraft/sein Vertrauen in den eigenen Ursprung.

Es gibt kein Wesen, das nicht bestrebt ist, DAS LEBEN in sich zu ehren, sich selbst zu erneuern/zu heilen und seiner Ernährung zu dienen.

Wird dieses Bestreben in JEDEM WESEN geachtet, so bedarf es keiner Gesetze (!)
Die Achtsamkeit gegenüber JEDEM WESEN bringt von selbst das (ge)rechte Handeln hervor.

Darum:
Wer das Wort/die Ordnung des Lebens erkennt und danach handelt, handelt in der Einheit mit dem Gesetz/Gebot:

Dieser richtet seinen Sinn und sein Bestreben auf die Erneuerung und Erhaltung allen Lebens in gleichen Maßen!

Dieser gibt jedem Wesen in gleichen Maßen seine Freiheit sich selbst zu gestalten,
so wie das Leben jedem Wesen in gleichen Maßen die Freiheit gibt, seine Grenzen zu erfahren und sich auszuformen.

Dieser fördere das Vertrauen in den Ursprung des Lebens, indem er sich selbst mit dem Geheimnis des Lebens vertraut macht,
so wie das Leben durch sich selbst in ALLEN WESEN Vertrauen schafft und so sein Geheimnis offenbart.

Das Leben:
Es erneuert sich, ohne über die Erneuerung zu bestimmen,
es ernährt sich, ohne über die Nahrung zu bestimmen,
es formt sich aus, ohne über die Form zu bestimmen,
es vollendet sich, ohne über das Ende zu bestimmen.

So wirkt es in gleichen Maßen in und für alle Wesen, ohne sie zu bestimmen





Das Fahrzeug des Weges

(52)
Was ist der Eckstein der Welt, den man "die Mutter" nennt?

ALLES WAS ALS EXISTENT ERFAHRBAR IST, das ist die Mutter.
ALLES WAS HINTER dem ist, DURCH DAS DIE MUTTER ERFAHRBAR IST, das ist DER VATER.

DIE MUTTER ist der Urgrund, ohne dem nichts erfahrbar wäre, es kein Zweites gäbe.
Und jeder Urgrund, der sich aus sich selbst erhebt, erlangt die Mutterschaft.

Wer sich aufmacht, seine Kindschaft zu finden, der gelangt zum Urgrund, aus dem er selbst hervorgetreten ist.

Wer den Urgrund findet/mit Ihm eins wird, aus dem er selbst hervorgetreten ist, gelangt zum Urgrund.
Dieser Urgrund ist eins mit dem Urgrund von allem was existiert.

(Die Mutter als erster und letzter Urgrund von allem was existiert/erfahrbar ist:
Sie umfasst alles, was Bestand hat, sie spiegelt den Ewigen/Beständigen, durch Ihre Wandlung,
Sie offenbart den, der sich selbst verbirgt, sie vervollkommnet durch sich selbst den, der selbst vollkommen ist.)

So begibt sich der, der dem Weg der Mutter folgt, nicht in Gefahr, sich selbst zu verlieren.
So begibt sich der, der seinem eigenen Werden folgt, nicht in Gefahr, sich selbst zu verlieren.

Wer nichts mehr spricht, sondern sich darum bemüht zu erkennen, was die Sprache ist,
wodurch sie ist und woher sie kommt, wird den Urgrund des Geistes finden und läuft nicht in Gefahr.
Wer spricht, und sich durch Worte bemüht, die Ordnung des Geistes zu erkennen,
was das Wort ist, wodurch das Wort ist, und woher es kommt, ist in Gefahr, sich selbst zu verlieren.

Wer das Zuvor sucht, erhält Klarheit.
Wer das Dannach sucht, begibt sich in Gefahr zu irren.
Wer das sich Wandelnde erforscht, erlangt Vertrauen.
Wer das Vollendete erforschen will, begibt sich in Gefahr zu irren.

Wer sein eigenes Bewusstsein als Werkzeug zur Klarheit und Fahrzeug zum Ursprung nutzt, dem erwächst aus dem Weg keine Gefahr.
Er lässt auf diesem Weg zurück, was geworden ist und tritt ein in das, was (zuvor) war.

Auf diese Weise gelangt er zum Ursprung ohne das Alte/gewordene mitzunehmen:
Durch das Erkennen seines eigenen Ursprunges, seines eigenen Werdens, erlangt er Klarheit.
Durch das Erkennen des Wesens seiner eigenen Wandlung, erlangt er Vertrauen.
Durch das Eintreten in seinen Ursprung, vervollkommnet er sich selbst.





Das Richtmaß


(53)
Wenn das Wissen nicht erlangt wird, durch das Schauen des Inneren,
sondern durch das Schauen des Äußeren, so ist das Richtmaß der Anbindung das Außen.

Doch so wie die breite Straße nicht zum Volk führt, führt die Anbindung an das Außen nicht zum Wesen der Dinge.
Das Wesen des Volkes findet sich nicht auf der breiten Strasse, sondern in den Gassen und Winkeln.

Wo der Hof gekehrt wird, aber das Feld unbestellt bleibt, wird der Mangel in Erscheinung treten.
Wo das Richtmaß das Außen ist, wird der Mangel in Erscheinung treten.

Es wird von Wichtigkeit sein schöne Kleider zu tragen, gute Waffen zu bevorzugen, das Essen und Trinken erlesen zu wählen.

Wo das Außen das Richtmaß ist, werden sich Güter im Überfluss finden und der Mangel an Güter wird anderorts in Erscheinung treten.
Denn wonach gerichtet wird, das wird geraubt werden und es wird Mangel daran herrschen, da es geraubt wurde.

Auf diese Weise tritt die Anbindung an das Außen in Erscheinung





Das Verfehlen der Ausrichtung


(54)
Was in der Mutter/dem Urgrund verwurzelt ist, wird nicht von Ihr getrennt werden.
Was in der Mutter geborgen ist, wird keinen Mangel erleiden.
Was mit dem Bewusstsein der Mutter/des Urgrundes verbunden ist, wird keinen Tod erfahren.

Gestaltet das "ich" sein Leben gemäß seinen Wurzeln, erlangt die Illusion der Abtrennung keine Macht.
(Gestaltet das "ich" sein Leben NICHT gemäß seinen Wurzeln, erlangt die Illusion der Abtrennung Macht über den Geist.)

Gestaltet das "ich" sein Leben gemäß seiner Behausung/seines Körpers, bereichern sich Körper und Geist.
(Gestaltet das "ich" sein Leben NICHT gemäß seiner Behausung/seines Körpers, vermindern sich Körper und Geist.)

Gestaltet das "ich" sein Umfeld gemäß seinen Wurzeln, so wächst der Geist mit seinem Umfeld.
(Gestaltet das "ich" sein Umfeld NICHT gemäß seinen Wurzeln, so hemmt das entstehende Umfeld den Geist.)

Gestaltet das "ich" das Ferne und das Nahe gemäß seinen Wurzeln, so erlangt Fernes und Nahes seine Blüte.
(Gestaltet das "ich" das Ferne und das Nahe NICHT gemäß seinen Wurzeln, so erleidet Fernes und Nahes seinen Niedergang.)

Gestaltet sich die Welt durch das Wirken des Geistes gemäß Ihren Wurzeln, so zeigt sich das Leben in all seine Gültigkeit.
(Gestaltet sich die Welt durch das Wirken des Geistes NICHT gemäß Ihren Wurzeln, so zeigt sich das Sterben in all seine Gültigkeit.)

Darum: Durch das eigene Erkennen der Wirkung von Abtrennung,
erkennt man das Wirken der Illusion auch im anderen (und wird nicht darüber urteilen).

Durch das eigene Erkennen der Wirkung von Entwurzelung auf Geist und Körper,
erkennt man das Wirken der Entwurzelung auch im anderen (und wird nicht darüber urteilen).

Durch das eigene Erkennen der hemmenden Wirkung eines entwurzelten Umfeldes auf den Geist,
erkennt man das Wirken der Entwurzelung auch im anderen (und wird nicht darüber urteilen).

Durch das eigene Erkennen der fernen und nahen Wirkung von Entwurzelung,
erkennt man dieses Wirken auch in anderen (und wird nicht darüber urteilen).

Durch das eigene Erkennen der Wirkung von Entwurzelung,
erkennt man den Niedergang der Welt durch eben diese Auswirkung (und wird nicht darüber urteilen).

Wie lässt sich der Niedergang einer Welt erkennen?

Eben dadurch.





Die Ausreifung durch die Kraft der Verwurzelung


(55)
Wer festhält an der Verwurzelung in der Mutter/seinem Urgrund, dem erwächst auf dem Weg keine Gefahr.
Dieser gleicht einem neugeborenem Kind, wird er auch alt an Jahren.

Die Illusion erfasst Ihn nicht.
Der Schmerz verändert Ihn nicht.
Das Umfeld erbeutet Ihn nicht.
Er gleicht dem Samen, der sich in der Erde verbirgt, da der Winter hereinbricht.

Möge der Samen auch schwach erscheinen in der Welt, durch die Verwurzelung mit dem eigenen Urgrund, der Anbindung an die Mutter, bewahrt dieser seine Stärke.
Obgleich er nichts weiß von der Trennung, die um Ihn ist und in Ihm ist, trägt dieser die Stärke seines Ursprunges/DES LEBENS mit sich und in sich.
So wie der Same schwach erscheint und doch die Stärke der Verwurzelung in sich trägt.

Auch wenn die Illusion Ihn erfasst, sie erfasst sein WESEN nicht.
Auch wenn der Schmerz Ihn erfasst, er erfasst sein WESEN nicht.
Auch wenn das Umfeld seine Beute schlägt, es erbeutet sein WESEN nicht.

So wie das Weinen sich im Kind zeigt und doch DAS WESEN des Kindes nicht erbeutet.

Was die Illusion erfasst, wird durch die FÜLLE der Verwurzelung mit dem Urgrund ausgeglichen.
Was der Schmerz erfasst, wird durch das WESEN der Verwurzelung erneuert.
Was das Umfeld erbeutet, wächst mit der ERNEUERUNG durch den Urgrund neu.

Wer die Vereinigung in sich trägt, in dem hat die Trennung keinen Bestand.
Wer die Vereinigung in sich trägt, in dem trägt die Illusion keine Frucht.
Wer die Vereinigung in sich trägt, der ist dem Jäger keine Beute.

Was dieser ersehnt, hat seine Quelle in der Verwurzelung.
Was diesen bewegt, erhält seine Bewegung aus der Verwurzelung.
Was diesen stark werden lässt, ist die Stärke durch die Anbindung an den eigenen Ursprung.

Ist das Geschöpf auf diese Weise STARK geworden und hat es DURCH SEINE VERWURZELUNG seine Reifung erlangt, ist das Feld,
das den Samen stark gemacht hat, wider dem Sinn.
Erlangt der Same seine Bestimmung durch die Anbindung an die Erde und nicht durch das Feld, naht das Ende





Das Bewusstsein

(56)
Zu Erkennen bedeutet Innezuhalten.
Ohne Innezuhalten ist keine Erkenntnis möglich.

Im Augenblick der Erkenntnis wird nichts gesehen.
Im Augenblick der Erkenntnis wird nichts gehört.
Im Augenblick der Erkenntnis wird nichts gerochen.
Im Augenblick der Erkenntnis wird nichts geschmeckt.
Im Augenblick der Erkenntnis wird nichts ergriffen.
Im Augenblick der Erkenntnis wird nichts angestrebt.
Der Augenblick der Erkenntnis ist still.

Durch die Erkenntnis wird das Gesehene klar und das Gehörte tief,
das Gerochene und Geschmeckte gewinnt an Wesen und Leere,
das Ergriffene mäßigt seinen Glanz,
das Angestrebte wird ein Teil dessen, was nicht angestrebt wurde.

Dies ist die Wirkung der geheimen Vereinigung, da sie nicht gesehen werden kann.

Sie ist nicht zugänglich für einen Zweiten, auch wenn er dem Erkennenden näher kommt.
Sie ist nicht zugänglich für einen Zweiten, auch wenn er sich von dem Erkennenden fern hält.

Sie ist nicht zugänglich für einen Zweiten, auch wenn er von dem Erkennenden Gewinn für sich schlägt.
Sie ist nicht zugänglich für einen Zweiten, auch wenn er von dem Erkennenden keinen Nutzen zieht.

Sie ist nicht zugänglich für einen Zweiten, auch wenn er den Erkennenden ehrt.
Sie ist nicht zugänglich für einen Zweiten, auch wenn er den Erkennenden schmäht.

Auf diese Weise verhält sich auch der Erkennende und seine Erkenntnis.
Sie verändert sich nicht durch Annäherung oder Meidung, durch Gewinn oder Verlust, durch Ehrung oder Schmähung.

Der Erkennende und seine Erkenntnis können nicht durch ein Zweites berührt werden, noch lassen sie sich durch ein Zweites/von Außen berühren.





Das Gesetz


(57)
Wer ein Land anführen will, der muss um das Wesen der Herrschaft wissen.
Wer eine Waffe führen will, der muss um das Wesen einer Waffe wissen.

Um einer Welt Ihre Bestimmung zu geben, muss man frei sein von Wesenhaften.
Dies sollte verstanden werden (!)

Wie ist zu erkennen, dass eine Welt Ihr Wesen nicht ausfüllt, Ihre Bestimmung nicht erfüllen kann?

An der Einschränkung vieler einzelnen Wesens dieser Welt, an dem Mangel vieler einzelnen Wesen dieser Welt,
an der Trennung der Bedürfnisse von Körper und Geist von vielen einzelnen Wesen dieser Welt:
indem Ihre Körper bedacht werden und Ihre Seelen nicht bedacht werden, der Uneinigkeit von Bewusstsein/Geist und Handlung: sie bewirkt kurioses,
an Gesetze, die erlassen werden, anstatt erkannt zu werden:
dadurch verändern diese Gesetze weder das Handeln noch den Geist der Handelnden und bewirken keine Veränderung.

Darum spricht der Berufene:
Ich schränke Niemanden ein, denn die Schranken werden VON SELBST sichtbar, für jeden Einzelnen!
Wenn Körper, Geist und Handlung eine Einheit bilden, wird DAS GESETZ unsichtbar sein.
Wenn Körper, Geist und Handlung keine Einheit bilden, wird DAS GESETZ sichtbar werden.
Bleibt DAS GESETZ unsichtbar, sind die Wesen reich, da sie Ihre Bestimmung ausfüllen.
Wird DAS GESETZ sichtbar, sind die Wesen arm, da sie Ihre Bestimmung nicht ausfüllen können.
Ist die Welt im Sinne Ihrer Bestimmung, so wird sie DURCH DAS GESETZ nicht verändert werden.
Ist die Welt nicht im Sinne Ihrer Bestimmung, so wird sie DURCH DAS GESETZ verändert werden.





Der Herr des Hauses


(58)
Zu Herrschen bedeutet weder sich zurückzuhalten noch untätig zu sein, sondern gegenwärtig.
Zu Herrschen bedeutet weder dazwischen zugehen noch tätig zu werden, sondern an allem, was da ist, Anteil zu nehmen/zu haben.

Wo der Herr des Hauses sich scheinbar zurückhält und untätig ist, geht alles den Gang seiner Bestimmung.
Wo der Herr des Hauses scheinbar dazwischentritt und tätig wird, ist es der Anteil, den er an der Bestimmung nimmt, die tätig wird.

Das Unrecht ist es, das ein Haus seinen Herren erwarten lässt, und nicht das Recht.
Das Leid ist es, das seine Gegenwart einfordert, und nicht die Freude.

Welchen Anteil gibt dem Haus seine Bestimmung, wenn nicht der Größte Anteil?
Was ist es, das einem Haus seine Bestimmung gibt, wenn nicht die Höchste?

Die Ordnung des Höchsten kann nicht verändert werden.
Wäre es anders, wäre es nicht die Höchste.
Das was aus der Quelle hervortritt, kann seine Quelle nicht verändern.
Wäre es anders, wäre es nicht daraus hervorgetreten.

Illusion und Wahrheit können nicht die Plätze tauschen,
Schöpfer und Geschöpf sind nicht austauschbar,
Erhalter und Erhaltenes nicht dasselbe.

Das Geschöpf kann zum Spiegel des Schöpfers werden, aber nicht zum Schöpfer.
Auch wenn es den Anschein hat, als wären Geschöpf und Schöpfer austauschbar, es ist nicht so.

Einer, der selbst erhalten wird, kann nicht zum Erhalter/Bewahrer werden, sonst wäre er nicht mehr, was er ist.
Auch wenn es den Anschein hat, als gäbe es keinen Erhalter, es ist nicht so.

Die Illusion kann zum Spiegel der Wahrheit werden, aber die Wahrheit nicht zur Illusion.
Auch wenn es den Anschein hat, als wäre die Illusion wahr, so ist sie es nicht.

Auf diese Weise wirkt auch der Berufene:
Der Berufene spiegelt den Schöpfer, ohne die Geschöpfe selbst einzuschränken.
Der Berufene bewahrt das Echte, ohne die Illusion selbst zu verletzen.
Der Berufene führt von der Illusion (dem Hervortreten) zur Wahrheit (Quelle), ohne durch diese Wahrheit zu blenden.





Die Allmacht

(
59)
Woran ist zu erkennen, wer der Herr des Hauses ist und wer dies nicht ist?

Wer dies NICHT ist, wird durch BESCHRÄNKUNGEN geleitet werden.
Der Herr des Hauses unterliegt keinen solchen Beschränkungen.

Wer dies NICHT ist, wird IN DER ZEIT der Beschränkung nachgeben.
Der Herr des Hauses unterliegt weder der ZEIT, noch der Beschränkung.

Wer im ZEIT/RAUM die Einschränkung anerkennt, Ihr nachgibt und sich Ihrer als Instrument bedient,
wird zur Erkenntnis des ewigen Lebens gelangen.

Wer NICHT im ZEIT/RAUM die Einschränkung anerkennt, Ihr nachgibt und sich Ihrer als Instrument bedient,
wird darin in Angst vor der Endlichkeit/des Todes verweilen.

Wer Hindernisse gemäß seinen Wünschen als Belehrungen anerkennt, wird daran wachsen.
Wer Hindernisse gemäß seinen Wünschen nicht als Belehrungen anerkannt, zu dem werden sie zurückkehren.

Der Herr des Hauses benötigt weder Belehrungen noch Hindernisse, da alles was existiert das Seine ist.

Benötigt einer keine Belehrungen mehr, wird sich auch kein Hindernis/keine Einschränkung mehr finden lassen und
das Haus/die Allmacht des Herren wird die Seine sein.
Er wird über die erzeugenden Kräfte des Reiches verfügen/LEBEN aus sich selbst hervorbringen können und
weder Zeit, noch Verfall, noch Tod kennen.

Das ist die BEGRÜNDUNG der Entstehung von Beschränkung:
Das Ewige zu erfahren, durch die Beschränkung der Zeit.
Das Unendliche zu schauen, durch die Beschränkung des Raumes.





Das Gleichgewicht


(60)
Den goldenen Glanz des Einen auszureifen, mit Bedacht hat dies zu geschehen.
Denn ist die Flamme der Herrschaft zu groß, wird das, was zur Reife gelangen soll, verbrennen.
Ist die Flamme der Herrschaft zu gering, kann das, was zur Reife gelangen soll, nicht ausreifen.

So wie das Maß der Flamme das gute Essen bestimmt, bestimmt das Maß der Herrschaft die gute/gerechte Führung.
Wer auf diese Weise den Erdkreis führt, vor dem wird sich niemand zurückziehen.
Keiner wird durch das Maß an Herrschaft verbrennen und keiner ohne Wandlung bleiben.

Nicht, dass es keinen gäbe, der sich der Herrschaft durch den Einen entzieht,
aber das Ablehnen der Führung wird DANN keinen Schaden mehr bewirken (nicht zur Auswirkung kommen).
Wo das rechte Maß der Herrschaft fehlt, wird das Ablehnen der Herrschaft Schaden bewirken (für alle zur Auswirkung kommen).

So ist es das Maß der schädlichen Wirkung, das über ein Hervortreten der Herrschaft/den Herren des Hauses entscheidet.

Auch der Berufene schadet jenen nicht, die Ihn ablehnen.
Da er jene nicht bekämpft, die Ihn ablehnen, können sie gemeinsam das Gleichgewicht erhalten
und kein Schaden wird für die Einheit von allem zur Auswirkung kommen.





Der Verlust

(61)
Das was durch sich selbst unbewegt bleibt, bildet den Baustein der Welt.
Auf diese Weise kann das Reich des Geistes/des Menschen, das durch den freien Willen bewegt wird, errichtet werden.
(Ist es so, gleicht das Reich, das durch den Geist erschaffen wurde, einer Burg, die auf einem starken Felsen errichtet ist.
Ist es anders, gleicht das Reich, das durch den Geist erschaffen wurde, einem Haus, das auf Sand erbaut ist.)

Das Weibliche/die Materie (Erde/Pflanzen und Tierwelt) ist der Ursprung des Reiches,
da es von der Freiheit des Willens unbewegt bleibt und so die Potenz der Schöpfung aus der Einheit offenbart.
Auf diese Weise ist es dem Männlichen (den Söhnen Gottes, dem Menschen) zu Diensten,
da es nicht durch die Freiheit seines Willens bewegt wird und sich so selbst bewegen lässt.
Da das Weibliche dem Männlichen dient, damit dieser sein Reich erbauen kann (schöpferisch wirken kann),
wird sein Reich (das Reich des Menschen), aus diesen Bausteinen/auf diesem Urgrund errichtet.
Auf diese Weise ist das Weibliche dem Männlichen überlegen.

Auf welche Weise kann nun das Reich des Menschen, das durch den freien Willen bewegt wird, den Urgrund des Reiches für sich gewinnen?

Indem dieser Wille sich selbst nach der Potenz/Kraft des Urgrundes seines Reiches ausrichtet.
Auf diese Weise gewinnt der Mensch das gesamte Reich für sich.

Auf welche Weise kann nun das Reich des Menschen, das durch den freien Willen bewegt wird, den Urgrund des Reiches für sich verlieren?
Indem dieser Wille sich nicht nach der Potenz/Kraft des Urgrundes seines Reiches ausrichtet.
Auf diese Weise verliert der Mensch seine Herrschaft/das gesamte Reich.
Indem das Weibliche (die Materie) sich unbewegt hält und dem Menschen dient, hilft es Ihm, seine Herrschaft/Potenz auszubilden.
Indem das Männliche (der Mensch) sich nach der Potenz der Materie ausrichtet, bildet er seine Herrschaft aus.
Auf diese Weise wird die Potenz der Materie dem Menschen dienen, damit er seine Reife erlangt
und das Wesen der Herrschaft schaut/das was das Seine ist erlangt.
Auf andere Weise wird die Potenz der Materie dem Menschen nicht dienen, er wird seine Reife nicht ausbilden können
und an der Macht seiner Herrschaft (der Freiheit seines Willens) scheitern.

Im Einen erhalten beide den Platz, den sie sich erwählt haben:
der Eine, indem er zu herrschen lernt, der Andere, indem er dient und so das Ausreifen der Herrschaft ermöglicht.
Im Anderen verlieren beide, den Platz, den sie sich erwählt haben:
der Eine, da er an seiner Herrschaft (dem freien Willen) scheitert,
der Andere, indem er nicht mehr dienen kann,
ein Ausreifen der Dienerschaft nicht mehr möglich ist.





Die gute Nachricht


(62)
Die Ordnung des Einen ist aller Geschöpfe Zuflucht.
Die Einheit des Einen ist aller Wesen Gut.
Der Eine ist aller Geschöpfe Zuflucht, aller Wesen Gut,
gleich ob sie dieser Ordnung dienen, oder sich gegen sie stellen.
Durch die Worte des Einen wird man rasch erhoben.
Durch die Taten des Einen wird man schnell geehrt.
Doch auch jene dessen Worte und Taten sich gegen des Einen /die Einheit wenden,
ist der Eine Zuflucht, Bestimmung und Ursprung.
Wie könnte es auch anders sein, da es nichts gibt, das nicht daraus hervorgetreten ist, es nichts gibt, das nicht dorthin zurückkehrt,
wo könnten sie sonst sein, wenn nicht in Ihm, wie könnten sie sonst sein, wenn nicht er in Ihnen wäre.
Der Eine ist die Zuflucht von jenen die Ihn erheben und von jenen, die Ihn nicht erheben.
Der Eine ist die Bestimmung von jenen, die Ihn anrufen und jenen, die Ihn nicht anrufen.
Der Eine ist in jenen, die Ihn in sich finden und In jenen, die Ihn nicht erkennen.
Auch jene, denen die Macht des Einen vierfach übergeben wurde (die durch den vierfachen Zepter walten), durch dreifache Gestaltung und frei von jeder Gestaltung,
nichts wären sie ohne den Einen, da es sonst nichts gäbe, das zu übergeben wäre und es nichts gäbe, das zu tragen ist.

Darum sind auch die Mächtigsten des Reiches an Ihn gebunden, an den Einen, aus dem sie hervorgetreten sind, durch den sie sind und zu dem sie zurückkehren.
Sie erinnern durch das, was sie sind:
Wir wurden erhört, da wir den, der ohne Namen ist, angerufen haben.
Darum ist er durch uns zu hören.
Wir wurden frei von jeder Gestaltung, da wir jenen, der ohne Gestalt ist, angerufen haben.
Darum ist er durch uns zu sehen.
Wir wurden frei von unseren Taten, da wir jenen, der ohne Taten ist, angerufen haben.
Darum offenbaren wir nun seinen Glanz.

Was krumm ist, wird gerade gerichtet werden.
Das ist sein Geschenk.
Dieses Geschenk wird weitergegeben.
Die ist der geheime Schatz/Reichtum der Welt, der in allem ist und an dem alle Anteil haben.
Es gibt keinen, der davon ausgeschlossen ist.





Der Widerstand

(
63)
Wer nicht handelt, sondern die Handlung an sich vollziehen lässt,
wer sich nicht durch Denken von seinem Wesen abtrennen lässt,
wer die bittere Frucht annimmt, weil sie Ihm gegeben wird, der erkennt seine Bestimmung darin zu dienen.

Dieser erhält seine Größe, indem er es ohne Groll annimmt, der Geringste zu sein.
Dieser erhält sein Gewicht, da er Diener ist und die Diener es sind, die dem Herren seine Größe verleihen.

Kein Offenbahrung des Lebendigen wäre möglich, gäbe es nicht jene,
die nur durch sich selbst Widerstand leisten, gegenüber jenen, die gegen sie handeln.

Keine Leichtigkeit könnte in Erscheinung treten, würden sie nicht Ihre Lasten tragen.
Keine großen Taten wären möglich, hätten die Geringsten nicht Ihren Anteil daran, durch Ihre (An)Zahl.

Dies ist auch die Art des Berufenen:
Er erfährt sich als Diener und nicht als Herr.
Auf diese Weise dient er dem Einen.

Er erfährt sich als Träger der Bürde und nicht als Getragener.
Auf diese Weise bereitet er den Weg.
(Jede Tat, die an Ihm vollzogen wird, erfasst sein Wesen.
Jede Tat, die er vollbringt, kommt aus seinem Wesen.)
Da er um das Wesen der Bürde weiß, bekämpft er sie nicht.
Da er nicht gegen das Wesen seiner Bürde ankämpft, kann er sie überwinden.





Die Bestimmung (der Lehre)

(64)
Was unbewegt ist, lässt sich leicht bewegen.
Was kaum bewegt ist, lässt sich gut bewegen.
Was selbst bewegt ist, lässt sich nicht mehr bewegen.

Was noch nicht hervorgetreten ist, das lässt sich leicht formen.
Was soeben hervortritt, das lässt sich gut formen.
Was hervorgetreten ist, lässt sich nicht mehr formen.

Was noch formlos ist, lässt sich zurückhalten.
Was in die Form gegossen wird, lässt sich noch verändern.
Was eine Form trägt, lässt sich nur noch zerbrechen.

Was noch ohne (An)Zahl ist, lässt sich nicht zählen.
Was gegeben ist, hat eine (An)Zahl.
Was eine (An)Zahlt hat, lässt sich nur noch aufheben.

Der Eine bewegt, was noch unbewegt ist.
Das Bewegen des Einen ist im Unbewegten.

Der Eine formt, was noch nicht hervorgetreten ist.
Das Formen des Einen liegt im Formlosen.

Der Eine scheidet aus, was noch nicht hervorgetreten ist.
Die Auswahl des Einen liegt im Hervortreten.

Der Eine bestimmt die (An)Zahl noch bevor er sie ausschüttet/gibt.
Die Bestimmung der Zahl durch den Einen liegt im Aufheben dieser (An)Zahl.

Das Richtmaß des Einen liegt im Unoffenbarten.
Die Ordnung des Einen liegt im Ungeteilten.
Das Wirken des Einen liegt vor dem, das da ist.
Aus diesem Unoffenbarten, Ungeteilten, nicht existenten bildet sich die Ordnung/Einheit/Wirkung des Einen,
die die Schöpfung der Welt trägt.

Was unbewegt erscheint, birgt so die größte Bewegung in sich.
Was formlos erscheint, birgt so die höchste Form in sich.
Was ohne Zahl ist, birgt so die höchste (An)Zahl in sich.

Mit der Bewegung verliert sich seine Größe.
Mit der Form verliert sich die höchste Form.
Mit dem Hervorbringen einer (An)Zahl verliert sich der größte Anteil.

Auf diese Weise wirkt der Berufene:
Er bewegt nicht, sondern ermöglicht eine Bewegung.
Er formt nicht, sondern ermöglicht eine Ausformung.
Er ordnet nicht, sondern ermöglicht das Hervortreten einer Ordnung.

Auf diese Weise wird das Wirken des Berufenen verdorben:
Eine Bewegung wird ausgeformt, aber keine Bewegung erhalten,
daher kann niemand mehr in den Ursprung der Bewegung eintreten.
Eine Form wird gesehen, aber das Formlose darin nicht erhalten,
daher kann niemand mehr in den Ursprung der Ausformung eintreten.
Eine Ordnung tritt hervor, aber die Freiheit in der Ordnung wird nicht erhalten,
daher kann niemand mehr in den Ursprung dieser Ordnung eintreten.

Auf diese Weise behütet man das Wirken des Berufenen vor dem Verderben:
Die Bewegung wird erhalten, damit sie sich weiter offenbaren kann.
Das Formlose wird erhalten, damit die Ausformung sich weiter offenbaren kann.
Die Freiheit wird erhalten, damit die Ordnung weiter hervortreten kann.

So ist das Wirken einer Lehre ebenso zu beachten, wie jener, der sie hervorbringt.
Wird dies beachtet, wird das Wirken der Lehre nicht verdorben.
Das Wirken der Lehre ist (dann) wie das Wirken des Berufenen:
Diese Lehre wünscht nichts.
Sie verlangt kein Opfer.
Sie verlangt kein Wissen.
Sie verlangt keine Taten.
Diese Lehre widmet sich dem, das nicht beachtet ist.
Auf diese Weise fördert sie die Sicht/das Sehen der ursprünglichen (unbewegten/formlosen/(an)zahllosen) Dinge.





Das Wirken (der Lehre)

(65)
Nicht Wissen über das, was im Aussen ist, leitet ein Volk im rechten Maß an,
sondern die Erkenntnis von dem, was im Inneren (verborgen) ist, leitet ein Volk im rechten Maß an.
Die Erkenntnis von dem, was im Inneren (verborgen) ist, bringt einem Volk Ruhe, Einkehr und Ursprünglichkeit.
Wissen von dem, was im Aussen ist, führt ein Volk zu Geschäftigkeit, Unruhe und zur Abtrennung von der eigenen Ursprünglichkeit.

An einem Volk, das im Wissen/der Erkenntnis lebt, von dem, was Innen ist, kann keiner sich bereichern,
noch kann einer dieses Volk ins Elend (Unwissen) führen.
An einem Volk, das vom Wissen/einem Erkennen im Aussen abhängt, kann man sich bereichern, es ins Unwissen und ins Elend führen.

Wer nicht durch das Wissen über ein Aussen ein Volk anleitet, sondern durch die Erkenntnis von dem, was im Inneren verborgen liegt, der ist dem Volk ein Segen.
Wer es ohne Wissen über das, was im Inneren verborgen liegt, anleitet, der führt es ins Verderben.

Wer weiß das wahrer Reichtum nicht durch ein Aussen, sondern durch ein Innen kommt,
der sucht sein Heil und das Heil einer Anleitung nicht in deren Geschäftigkeit (dem Gewinn),
der Bewegung (Ausdehnung) oder der Trennung vom Ursprünglichen, sondern in dem,
das zur Ruhe bringt, dem, das die Innenschau/Einsicht fördert und dem, das in sich einfach und klar ist.

Wer die Ordnung im Offenbarten sucht, verfehlt die Ordnung.
Wer sich durch das Verfehlen der Ordnung anleiten lässt, geht in die Irre.
Wer sein Handeln nach diesem Irrtum ausrichtet, bringt kein fruchtbares Wirken hervor.
Wer im Verborgenen sucht, dem offenbart sich die Ordnung der Einheit/des Einen.
Wer die Ordnung der Einheit erkennt, erkennt die ursprüngliche Ordnung.
Wer sich von dieser Ordnung anleiten lässt, bringt fruchtbares Wirken hervor.





Die Dichotomie (der Lehre)

(66)
Wo auch die Quelle entspringen mag, das Ziel des Flusses ist das Meer.
Auf diese Weise ist das Meer die Bestimmung des Flusses, unabhängig wo dieser entspringt
und auf welche Weise er das Land durchquert.

Wo auch der Fluss das Land durchquert, dieser kann nicht zu seiner Bestimmung gelangen, ohne das Land zu queren und durch diese Querung das Land auszuformen.
So wie das Meer die Quelle anleitet, ohne über den Fluss zu bestimmen, und wie der Fluss das Land ausformt, ohne über das Land zu bestimmen,
auf diese Weise ist das Wirken der Lehre des Berufenen.

Nichts ist zu nennen, wodurch das Meer die Quelle in Ihrem Weg bestimmt, und
doch ist es die Bestimmung der Quelle einen Fluss aus sich heraus zu bilden (an Ihm Anteil zu haben).

Und wie es die Bestimmung der Quelle ist einen Fluss auszuformen, ist es die Bestimmung des Flusses, in das Meer einzumünden.
Auf diese Weise ist das Meer die Bestimmung der Quelle. ohne sie in Ihrem Fließen anzuleiten.

Nichts ist zu nennen, wodurch ein Fluss das Land bestimmt, und
doch ist es die Bestimmung des Flusses, das Land zu queren und es dadurch auszuformen.

Und wie es die Bestimmung des Flusses ist, das Land zu durchqueren und
es dadurch auszuformen, ist es die Bestimmung des Landes, an dieser Ausformung Anteil zu haben und dadurch von seinem Fließen geformt zu werden.

Auf diese Weise wirkt der Fluss formgebend auf das Land,
da es seine Bestimmung ist, es zu durchquert, ohne es in seiner Ausformung oder seinem Anteil daran zu bestimmen.

So auch der Berufenen: Nichts gibt es zu nennen, wodurch der Berufenen den Einzelnen in seinem Weg bestimmt, so wie das Meer nicht die Quelle bestimmt.
Und doch liegt es in der Bestimmung jedes Einzelnen, in das, was der Berufene lehrt, einzumünden.

Nichts gibt es zu nennen, wodurch der Berufene den Einzelnen ausformt, und
doch liegt es in der Bestimmung jedes Einzelnen, an dem, was der Berufenen lehrt, Anteil zu nehmen und dadurch ausgeformt zu werden.

Auf welche Weise geschieht dies?
Da der Berufene vereint ist mit dem Einen/der Einheit, in die jeder Einzelne einmündet, geschieht dies.
Da der Berufene das lehrt, was jeden Einzelnen ausformt, geschieht dies.
Auf diese Weise wird die Lehre des Berufenen von jedem, da er am Ende in sich selbst/in die Einheit einmündet, verstanden.
Auf diese Weise wirkt die Lehre des Berufenen auf jeden, da sie die Kräfte beschreibt, die jeden Einzelnen ausformen.
Auf diese Weise wird die Lehre des Berufenen eins mit dem Erkenntnis_Ziel jedes Einzelnen, ohne das die Lehre diesen in seinem Weg bestimmt.
Auf diese Weise wirkt die Lehre ausformend auf jeden Einzelnen, da sie die Kräfte beschreibt,
die die Ausformung jedes Einzelnen bewirken.
Da der Berufene den Weg nicht bestimmt, ist die Welt willig in das Ziel einzumünden.
Da der Berufene die Formgebung nicht bestimmt, ist die Welt willig, sich gemäß der Lehre auszuformen.





Das Vertrauen (in die Lehre)

(67)
Das Erkennen der Ordnung, wird man sagen, ist der Welt nicht nützlich.
Die Lehre des Berufenen, wird man hören, bringt der Welt keinen Verdienst.
Doch eben daran wird das Erkennen der Ordnung sichtbar:
sie führt in sich selbst zurück und nicht in die Welt hinaus.
Doch eben daran ist die Lehre des Berufenen zu erkennen:
sie bringt keinen weltlichen Verdienst, erringt nichts Sichtbares.
Macht sich einer das Erkennen der Ordnung dienbar, folgt er selbst nicht mehr der Ordnung und führt in die Welt hinaus.
Macht sich einer die Lehre des Berufenen dienbar, ist es nicht mehr die Lehre, und führt in die Welt hinaus/ wird sichtbar.
Was ist nun die Ordnung des Einen, die es zu erkennen gilt?
Wie ist nun die Lehre des Berufenen, die es zu erkennen gilt?
Die Ordnung des Einen und die Lehre des Berufenen sind in sich gleich.
Da sie in sich gleich sind, bergen sie 3 Schätze:
Das erste Gut ist die Liebe.
Das zweite Gut ist die Dienerschaft.
Das dritte Gut ist das Wissen.
Die Liebe ist es, die alles verbindet.
Ohne Ihre bindende Kraft, gäbe es keinen Schöpfungs_raum und keine Lehre.
Die Dienerschaft ist es, die alles ermöglicht.
Ohne Ihre ergiebige Kraft, gäbe es keine Schöpfungs_zeit und keine Lehre.
Das Wissen ist es, das alles in sich selbst zurück führt.
Ohne das Wissen, das im Seien verborgen liegt, gäbe es keine Schöpfung und keine Lehre.
Da die Liebe Herren und Diener der Schöpfung verbindet, existiert die Schöpfung und die Lehre.
Da es nun den Einen gibt, der seiner Schöpfung dient, existiert die Schöpfung und der Lehre.
Da das Wissen im Seien (und nicht in der Schöpfung) verborgen liegt, führt es in sich selbst zurück/führt es zum Verstehen aller Dinge und der Lehre.
In der Schöpfung wird die bindende Kraft der Liebe begrenzt durch das Vertrauen.

Wer liebt hat Vertrauen.
Wer vertraut hat Mut.
Wem das Vertrauen genommen wird, hat Angst.
In der Schöpfung wird die Dienbarkeit begrenzt durch den Herren.
Der schlechten Herrschaft schwinden die Diener.
In der Schöpfung wird das Wissen begrenzt durch den, der es erfassen kann.
Wer das Wissen nicht erfassen kann, dem geht es verloren.
Auf diese Weise enden die Schöpfung und die Lehre, wenn Ihre 3 Schätze verloren gehen:
Die Liebe.
Die Dienerschaft.
Das Wissen.

In der Liebe zu sein, bedeutet zu lieben, der Liebe wegen.
In der Liebe zu sein, bedeutet zu dienen, der Liebe wegen.
In der Liebe zu sein, bedeutet zu wissen, der Liebe wegen.
Wer die Liebe hat, hat alles.
Wer die Liebe nicht hat, hat nichts.
Wer in Liebe dient, hat alles (was er begehrt).
Wer nicht in Liebe dient, hat nichts von dem (was er begehrt).
Wer der Liebe wegen weiß, weiß alles.
Wer nicht der Liebe wegen weiß, der weiß es nicht.
Von daher: Was die Liebe nicht retten kann, das wird verloren gehen.





Das Ziel (der Lehre)

(68)
Wer die Diener der Lehre/Ordnung anleitet, wird keinen Angriff befehligen.
Wer die Lehre/Ordnung durch sich selbst verteidigt, wird sich weder erregen, noch als Handelnder agieren.
Wer die Lehre/Ordnung offenbart, wird sich nicht streiten.
Das ist das Geheimnis des Einen: seine Ordnung/Lehre klagt keinen an.
Das ist die Offenbarung des Einen: seiner Ordnung/Lehre fordert zu keiner Tat auf.
Das ist die Hoheit des Einen: seine Ordnung/Lehre erringt keine Siege und erleidet keine Niederlage.
Wer in die Ordnung/Lehre des Einen eintritt, erlangt seine Geheimnisse.
Wer in die Ordnung/Lehre des Einen eintritt, dem wird sie sich offenbaren.
Wer in die Ordnung/Lehre des Einen eintritt, erlangt weder einen Sieg, noch eine Niederlage.
Die Einheit mit dem Einen ist die Bestimmung des Anbeginns, das höchste Ziel.




 
Das (An-)Erkennen (der Lehre)

(69)
Einer, der gemäß der Ordnung/der Lehre zu handeln weiß,
wird nehmen, was man Ihm bringt und
nicht mehr nehmen, als man Ihm bringen will.
Er wird seine Dankbarkeit erweisen, wenn man Ihn einlädt zu kommen und nicht mehr fordern, als man Ihm geben will.

Auf diese Weise erringt die Ordnung und die Lehre des Einen Ihre Sichtbarkeit/Ihren Sieg.
Sie nimmt nicht mehr, als man Ihr aus Liebe an Gaben bringt.
Sie fordert keinen Einlaß, wo man sie nicht aus Liebe/Achtsamkeit erwartet.

Daher: Einer, der mehr genommen hat, als man Ihm (aus Liebe) darbringt, dem wird nichts mehr gegeben werden.
Einer, der mehr fordert, als man Ihm (zu Ehren) als Gast des Hauses gibt, wird nicht mehr eingeladen werden zu kommen.

Auf diese Weise setzt sich die Ordnung und die Lehre des Einen durch/erringt Ihre Sichtbarkeit.
Einem, dem nichts mehr gegeben wird, der kann nichts mehr einfordern.

Dies ist die Konsequenz dessen, da er mehr genommen hat, als Ihm (der Liebe wegen) gegeben wurde.
Einem, der nicht mehr eingeladen wird, der kann keinen Einlass mehr fordern.

Dies ist die Konsequenz dessen, da er mehr gefordert hat, als Ihm (der Achtsamkeit/Liebe wegen) gegeben wurde.
Auf diese Weise drängt die Ordnung/die Lehre jene zurück, die gegen sie handeln, da sie (selbst) nicht mehr handelt.

Die Liebe gibt nicht mehr, da sie beraubt wurde.
Die Liebe lädt nicht mehr ein, da sie nicht geachtet wurde.
Es gibt kein größeres Verderben, als mehr zu nehmen, als einem gegeben wird.
Es gibt kein größeres Übel, als mehr zu fordern, als einem zusteht.

Darum: Einer, der so handelt, wird zur Erkenntnis gelangen, dass er nicht der Herr der Gaben ist, sondern sie Ihm gegeben wurden.
Einer, der so handelt, wird zur Einsicht gelangen, dass er nicht der wahre Herr des Hauses ist, sondern eingeladen wurde.
Für den Herren der Gaben und des Hauses ist dies ein bitterer Sieg. 





Die Worte (der Lehre)

(70)
Die Worte der Lehre scheinen leicht verständlich.
Die Worte der Lehre scheinen ohne Schwierigkeiten ausführbar.
Und doch kann niemand, der an die Illusion der Wirklichkeit/das ich gebunden ist, die Worte der Lehre in Wahrheit verstehen.
Und doch kann niemand, der an die Illusion der Wirklichkeit/das ich gebunden ist, die Lehre in Wahrheit verwirklichen.
Die Worte der Lehre haben Ihre Ursache/Ihren Ursprung in dem Einen, der in allem ist und aus dem Alles hervortritt.
Das Verwirklichen der Lehre führt zur Einheit mit dem Einen, der in allem ist und aus dem Alles hervortritt.
Solange der (eigene) Ursprung im Einen (noch) nicht erfahren wurde, werden die Worte der Lehre in Wahrheit nicht verstanden.
Solange die (eigene) Einheit mit dem Einen (noch) nicht verwirklicht ist, wird die Lehre in Wahrheit nicht verwirklicht.
Daher werden die Worte der Lehre in Wahrheit nur von den Wenigsten verstanden.
Daher wird die Lehre in Wahrheit nur von den Wenigsten verwirklicht.
So auch der Berufene:
Er bleibt in seinen Worten von den meisten unverstanden.
Er wird in seinem Wirken von den meisten nicht erkannt.





Die Katharsis/Das reine Gewand

(71)
Zu wissen, was man nicht weiß, führt vom Glauben zum Wissen.
Zu wissen, worin man zweifelt, führt vom Zweifel zur Sicherheit.
Glauben für Wissen zu halten, führt zu keinem Wissen.
Den Zweifel für sicher zu halten, führt zu keiner Sicherheit.
Glauben und Wissen gehen nicht zusammen.
Entweder man weiß, oder man weiß es nicht.
Sicherheit und Unsicherheit gehen nicht zusammen.
Entweder man zweifelt oder man zweifelt nicht.
Dies ist die Wahrheit, die zu sehen ist.
Dies ist der Wille/die Kraft, die zu stärken ist.
Dies ist die Entscheidung/Konsequenz, die zu verwirklichen ist:
Weiter im Glauben des Wissens zu verweilen und den (als Herren) anzuerkennen, der vorgibt es zu wissen,
oder den/das als Diener/Fahrzeug anzuerkennen, der weiß, dass er weiß.
Der, der weiß, das er nicht weiß, wird im Seienden (Wissen) seine Zuflucht nehmen.
Der, der glaubt, dass er weiß, wird im (äußeren) Wissen seine Zuflucht suchen.
Es ist nicht möglich beiden Herren zu dienen.
Dies ist die Entscheidung, die im Voranschreiten zu treffen ist.

Nur wer die Wahrheit seines Nichtwissens, seines Zweifels, seines Schmerzes anerkennt,
sieht, was er weiß und erkennt an, was er nicht weiß/zu wissen glaubt.

Wer diese Wahrheit sieht, beendet das Zweifeln, da er vom Nichtwissen zum Wissen schreitet,
von der Unsicherheit in die Sicherheit geht.

Wer diese Wahrheit nicht sehen will, beendet das Zweifeln nicht
und verweilt so weiter in der Unsicherheit/im Zweifel/im Schmerz.

So auch der Berufene:
Da er sein Nichtwissen gesehen hat und seinen Zweifel/Schmerz anerkannt hat,
konnte er vom Nichtwissen zum Wissen schreiten, von der Unsicherheit in die Sicherheit gehen. 





Die Nächstenliebe

(72)
Wenn viele das Leid im anderen nicht zu vermeiden suchen, so naht das Leid für jeden Einzelnen.
Wenn viele die Würde im anderen nicht zu achten wissen, so naht die Entwürdigung für jeden Einzelnen.
Wenn viele das bittere Los des anderen nicht zu verändern suchen, so naht die Bitterkeit für jeden Einzelnen.
Dadurch, dass ein jeder das Leid im anderen zu vermeiden sucht, lindert sich das Leid von Vielen.
Dadurch, dass ein jeder sich bemüht die Würde des anderen zu achten, bewahrt sich die Würde von Vielen.
Dadurch, dass ein jeder das bittere Los des anderen zu verändern sucht, verändert sich das Schicksal von Vielen.
So auch der Berufene:
Er kennt sein Leid, doch er will es nicht durch den anderen zu vermeiden suchen.
Er wahrt seine Würde, doch er will sie auch für den anderen gewahrt wissen.
Er nimmt sein Schicksal an, doch er überlässt den anderen nicht seinem Schicksal.





Die Angst

(73)
Zu meiden, was zu vermeiden ist, ist klug.
Zu meiden, was zu überwinden ist, ist unklug.
Wer das meidet, was er selbst fürchtet, der vermehrt die Angst (in sich).
Wer das meidet, was der andere fürchtet, der vermindert die Angst.
So bringt das Meiden der Furcht einem selbst Schaden.
So bringt das Meiden der Furcht im anderen Nutzen.

Wer weiß, was die Ordnung des Einen meidet, der weiß, wie die Angst zu vermindern ist.
So auch der Berufene:
Er sieht/(er)kennt die Angst.
So spricht er die Angst im anderen nicht an (nährt sie nicht) und
versteht es doch, die richtige Antwort zu geben,
damit das, was die Angst ist, sich vermindert.

Der Berufene drängt seinen Rat nicht auf und
doch kommt man zu Ihm, um seinen Rat zu hören.

Ohne selbst tätig zu werden,
versteht er es zum rechten/richtigen Tun anzuleiten, um das, was die Angst ist, zu vermindern.

Warum ist das so?
Die Ordnung/Lehre des Einen strebt weder danach, die Angst zu vermehren (Furcht einzuflößen),
noch dannach sie zu vermeiden, doch zeigt sie auf, wie man sie überwinden kann.

Wie geschieht dies?
Die Ordnung/Lehre des Einen zeigt auf, was die Ursache, die Funktion und die Auswirkung der Angst ist, was die Angst bedeutet.





Das Überwinden der Angst


(74)
Wenn die Menschen jenes nicht fürchten, das in Ihnen (selbst) ist, wie sollte etwas in sie eintreten, das sie in sich (selbst) fürchten?
Wenn die Menschen das fürchten, was in Ihnen (selbst) ist, wie sollte etwas im Außen existieren, wovor sie nicht fürchten, dass es in sie eindringen könnte?

Die Menschen in beständiger Furcht zu halten, vor dem, was in Ihnen (selbst) ist, zeugt von Torheit.
Die Menschen von der Furcht zu befreien, da sie in Ihnen (selbst) ist, zeugt von klugem Handeln.
Durch keine Veränderung im Außen kann der Mensch von seiner Angst befreit werden.
Nur durch eine Veränderung von dem, was in Ihm (selbst) ist, kann der Mensch von seiner Angst befreit werden.

Wer ist es, der solches zu bewirken vermag?
Nur einer, der die Angst, die in Ihm selbst ist, überwinden konnte, kann dies im anderen bewirken.
Keiner, der die Angst, die in Ihm selbst ist, nicht überwinden konnte, kann dies im anderen bewirken.

Es gibt den Einen, der die Angst von Allen und in allem überwacht und das Überwinden der Angst.
Wer sich Ihm anvertraut, da er ihn in sich (selbst) findet, wird die Angst überwinden und das, was er (selbst) geworden ist.

Es gibt viele, die Ihre Angst zu überwachen suchen und zu überwinden.
Doch da sie sich dem Einen, da er in Ihnen (selbst) zu finden ist, nicht anvertrauen,
können sie Ihre Angst nicht überwinden und auch nicht das, was sie (selbst) geworden sind.





Das Entsagen

(75)
Das Volk entwickelt schädliches Tun, vor allem, wenn man Ihm Schaden zufügt.
Das Volk lehnt sich gegen eine Ordnung auf, vor allem, wenn man Ihm eine Ordnung aufzwingt.
Darum erscheint es schwierig, das schädliche Tun der Menschen einzuschränken.
Daher erscheint es notwendig, eine Ordnung zu erlassen.

Wenn man den Menschen aber das Wahre vorenthält, fallen sie dem Unwahren anheim.
Wenn man die Menschen aber von Ihrem (inneren) Reichtum fernhält, rauben sie das, was sie stattdessen finden.

Daher muss einer, der diesen (inneren) Reichtum sucht, sich zuerst von dem frei machen, wonach die anderen stattdessen streben.
Darum muss einer, der in dieser Ordnung lebt, Ihr entsagen, um die wahre Ordnung zu finden.





Die Empfindsamkeit

(76)
Verletzlich und empfindsam ist der Mensch, wenn er geboren wird.
Unverletzlich und stark erscheint er, wenn er altert.
Verletzlich und empfindsam ist die Saat, wenn sie keimt.
Unverletzlich und stark erscheint sie, wenn sie geerntet wird.
Das, was DAS LEBEN empfängt, in sich aufnimmt und dadurch heranwächst, erscheint zart und empfindsam.
Das, was DAS LEBEN verliert, altert und stirbt (sein Wachstum beendet), erscheint unverletzlich und stark.
(So wie der Baum verletzlich erscheint, wenn er hervortritt und stark erscheint, wenn er zu Boden fällt.)

Daher: Wer DAS LEBEN empfängt, ist in sich (selbst) verletzlich und empfindsam.
Wer DAS LEBEN verliert, erscheint in sich (selbst) unverletzlich und stark.
Darum:
Wer schwach und verletzlich erscheint, wird durch DAS LEBEN erhoben werden.
Wer stark und unverletzlich erscheint, wird durch DAS LEBEN zu Fall kommen.





Die Auswirkung der Empfindsamkeit


(77)
Die Empfindsamkeit spannt den Bogen und führt den Pfeil ins Ziel.
Die Empfindung zeigt dem Suchenden seine Einheit mit Allem und führt ihn in die Einheit zurück.
Nicht Intuition, sondern SEIN, ist nun das Richtmass des Erkennens (des Einen/der Einheit).
Das Starre zerbricht unter dieser Empfindsamkeit.
Das Formlose erlangt so seine Freiheit zurück.
Was ausgefüllt und fest erschien, wird unsichtbar.
Was unwirklich und flüchtig schien, ist wahr.
Die Ordnung des EINEN ist es, die so Einzug hält.
Das Meer ist es, das so, den Tropfen füllt.
Der Getrennte wird daher niemals Einzug halten.
Ein Tropfen kann niemals das Meer ausfüllen.

Wer aber ist es, der mächtig ist, diese Mauern zu Fall zu bringen?
Wer aber ist dieser noch (selbst), wenn seine Begrenzungen fallen?

Nur einer, der sich der Einheit mit dem Einen erlangt, erkennt den, der (er) war, bevor es wurde.
Nur einer, der das Meer in sich (selbst) befreit, vermag ein Meer auszufüllen.

So auch der Berufene: Er füllt das aus, was unsichtbar erscheint und doch bleibt die Erfüllung für den, der nicht (selbst) darin ist, unsichtbar.
Er verwirklicht die Wahrheit des Einen/der Einheit und doch erscheint sie dem, der (selbst) nicht darin ist, flüchtig und nicht wahr.




 
Die Wahrheit der Erscheinungsform

(78)
In der Erscheinungsform hat das, was in Bewegung ist, keinen festen Bestand und
doch ist das, was in Bewegung ist, in seiner Erscheinungsform beständig.
In der Erscheinungsform hat das, was nicht (mehr) in Bewegung ist, scheinbar einen festen Bestand und
doch ist das, was scheinbar nicht (mehr) in Bewegung ist, in seiner Erscheinungsform vergänglich.
Dieses Gesetz ist unveränderlich.
Das sich wandelnde bleibt in seiner Erscheinungsform beständig.
Das sich nicht (mehr) wandelnde hat keine feste Erscheinungsform.
Und obgleich dieses Gesetz wirklich und wahr ist, weiß keiner dannach zu handeln.
Nur der Berufene, da er das Gesetz kennt und darin verweilt.

Wer dem nachfolgt, das beständig erscheint, folgt der Erscheinungsform der Welt.
Wer dem nachfolgt, das nicht beständig erscheint, wandelt das Bild der Welt in sich und gelangt zu dem, was wahr ist.

Die Erscheinungsform ist das Spiegelbild der Wahrheit.

Daher ist wahr, was im Bild nicht zum Vorschein treten kann, obgleich es wahr erscheint.
Daher ist unwahr, was im Bild zum Vorschein tritt, da die Wahrheit im Bild nicht in Erscheinung treten kann.




 
Die Einheit aller Erscheinungsformen

(79)
Wenn im All_Einen, noch etwas übrig bliebe, das nicht eins wäre, was wäre es dann, das übrig bliebe?
Und was wäre dann das All_Eine?
Wenn es etwas gäbe, das nicht in der Erscheinungsform des All_einen enthalten wäre, was wäre dann diese Erscheinungsform?

Daher: Nichts gibt es, das übrig bleibt, nach dem Einswerden mit dem All_einen.
Nichts gibt es, das in Erscheinung tritt, ohne in der Erscheinungsform des All_Einen enthalten zu sein.

So auch der Berufene.
Nichts gibt es, das von Ihm zurückgewiesen wird, seiner Erscheinungsform wegen.
Keine Erscheinungsform (seiner selbst oder eines anderen) wird von Ihm abgelehnt, da er sie als Teile der Einheit erkennt.
Wer den All_Einen erkannt hat, achtet Ihn in all seinen Erscheinungsformen.
Wer den All_Einen nicht erkannt hat, erkennt Ihn nicht, obgleich er vor Ihm in Erscheinung tritt.

Daher: Wer den All_Einen (in der Wahrheit) ehrt, achtet Ihn in all seinen Erscheinungsformen.
Wer den All_Einen nicht (in der Wahrheit) ehrt, verachtet Ihn in bestimmten Erscheinungsformen.




 
Die Genügsamkeit

(80)
Ein Volk oder sein Land, das zu groß geworden ist, erfüllt die Bedürfnisse des Einzelnen nicht mehr.
Ein Volk oder sein Land, das zu klein geworden ist, kann die Bedürfnisse des Einzelnen nicht mehr erfüllen.

So wie eine Gedanke, wenn er zu groß geworden ist, von einem Gedanken (alleine) nicht mehr getragen werden kann.
So wie ein Gedanke, wenn er zu klein geworden ist, vom Denken nicht mehr erfasst werden kann.
So trägt eine jede Erscheinungsform das Richtmass in sich selbst, damit es seine Bedürfnisse erfüllen kann und sich entfaltet.

Das rechte Maß wird gesehen, wenn die Endlichkeit in der Verwirklichung (an)erkannt werden kann.
Das rechte Maß wird gesehen, wenn die Endlichkeit als Ausdruck des Unendlichen gesehen werden kann.
Wer sich an das rechte Maß hält, der wird durch das Richtmaß nicht zu Schaden kommen.

Auch wenn es so schiene, als könne das Richtmaß überschritten werden, der Einsichtige überschreitet es nicht.
Auch wenn es so schiene, als könne sich etwas außerhalb des Richtmaßes entfalten, der Einsichtige erstreitet diese Entfaltung nicht.

Einer, der das Richtmaß überschreitet und ausdehnt, ist wie einer, der sagt, ich brauche keine Schrift
(nichts, das davor war und nichts, das danach kommt).

Auch wenn es so schiene, als könne das Richtmaß ausgedehnt werden, der Einsichtige erweitert das Richtmass nicht.
Einer, der das Richtmaß erweitert, ist wie einer, der ein Seil zusammenknüpft und an dessen Einheit/Stärke glaubt.
Das Seil wird (durch Geliehenes) geknüpft und der Einsichtige weiß das.
Auch wenn es so schiene, als könne das Richtmaß überschritten werden, der Einsichtige überschreitet das Richtmaß nicht.

Einer, der das Richtmaß überschreitet, ist wie einer, der sagt, ich baue mein Haus auf geliehenem Grund.
Das Ausleihen des Grundes muss bezahlt/ausgeglichen werden, der Einsichtige weiß das.
So nimmt einer, der Einsicht in das rechte Maß hat, das rechte Maß an und es ist Ihm eine süße Speise.
Der, dem diese Einsicht fehlt, strebt nach mehr, da Ihm die Speise ungenügend erscheint.
So nimmt einer, der Einsicht in das rechte Maß hat, den Körper(das Kleid) an, den (das) man Ihm gibt und er (es) erscheint Ihm schön.
Der, dem diese Einsicht fehlt, der strebt nach mehr, da Ihm das der Körper (das Kleid) und dessen Maß ungenügend erscheint.

So nimmt einer, der Einsicht in das rechte Maß hat, sein Haus (sein Umfeld) an, da es Ihm (an)geboten wird,
und da es seinen Bedürfnissen genug erscheint.
Der, dem diese Einsicht fehlt, lehnt diese Behausung (das Umfeld) ab, das es Ihm ungenügend erscheint.

So nimmt einer, der Einsicht in das rechte Maß hat, die Sittsamkeit an, die man erbittet, da sie Ihm (ge)recht erscheint.
Der, dem diese Einsicht fehlt, lehnt die Sittsamkeit ab, da sie (für Ihn selbst) ungenügend erscheint.
Leben die Einzelnen in Ihren Völkern im rechten Maß zusammen, leben auch die Völker im rechten Maß zusammen:

Sie hören sich gegenseitig (an), so wie sich auch die Einzelnen Ihres Volkes gegenseitig anhören.
Sie begegnen sich und doch bedrängen sie sich nicht/dringen nicht in das ein, was nicht Ihr eigen ist/dem anderen (Volk) oder Einzelnen gehört.

Der rechte Ort geboren zu werden und zu sterben bleibt so gewahrt, da keiner heimatlos umherirrt,
kein Volk vertrieben wird oder ohne Heimat ist.




 
Die Befreiung (durch die Lehre)

(81)
Die Worte der Lehre schmeicheln nicht, aber sie führen vom Unwissen in die Freiheit.
Die Worte der Lehre bewegen (selbst) nicht, aber sie verursachen eine Bewegung, die jeden in seine Freiheit zu führen vermag.
Der Berufene (selbst) befreit nicht, aber er zeigt auf, was jeder (in sich selbst) weiß/ zu seiner Befreiung führt.
Das Wissen der Lehre (selbst) erschafft (noch) keine Befreiung, aber es zeigt auf, wie jeder Einzelne sich (selbst) befreien kann.
Der Berufene sammelt kein Wissen an, doch je mehr durch Ihn zur Befreiung gelangen,
umso größer wird die Lehre/werden die Worte seiner Lehre.

Der SINN der Lehre, ist der Sinn der Befreiung durch die Lehre.
Daher heilen Ihre Worte, ohne (selbst) zu verletzen.
Daher befreien Ihre Worte, ohne (an sich selbst) zu binden.


 

© Regina Svoboda

Quelle: http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?t=28230


Love, Thanks & Credits to Regina Svoboda











volker doormann - 2006.04.26