Steilshoop
von Volker Doormann
 

Steilshoop liegt im Nordosten von Hamburg südlich vom größten Parkfriedhof der Welt an einem kleinen See. Es ist seit über dreißig Jahren meine Heimat.



Wir wohnen an einem langen Weg, der schnurgerade  vom See durch die Wohnringe führt, aber die Wohnung liegt auch an einem grünen kleinem Park mit vielen Bäumen im Inneren des untersten Wohnrings in der Mitte des Bildes. In jedem Wohnring leben etwa 240 Familien. Es gibt keine Kamine, die Wohnungen werden mit Fernwärme beheizt.

Auf einer Insel im See leben viele Graureiher - sie leben von den vielen Fischen im See.




 

Der See ist eigentlich ein Nebenarm der Alster, der auch über den Fluss Seebeck wieder in die Alster und Elbe führt.




Wir haben ein schönen Balkon nach Süden mit Blick auf den langen Weg und einen Balkon nach Westen mit Blick auf viele grüne Bäume und Rasen.
Im Sommer können wir überm See die Sonne untergehen sehen.

 


Es ist meist sehr still und immer gute Luft. Bis vor 18 Jahren wohnte unser Tochter hier, sie ist hier aufgewachsen. Sie ging in die Grundschule, die direkt am See liegt.

    



Die 70er Jahre



Als wir hier vor 30 Jahren herkamen, war alles noch etwas neu.

 

 

Die Bäume in unserem Wohnring und an dem langen Weg durch die Wohnringe waren noch klein.

Wir machten jedes Jahr ein großes Kinderfest. Einige Kinder schliefen in einer alten Kote.

                                            



 

Viele Firmen spendeten Kuchen oder Spielzeug. Es gab viele Spiele für alle Kinder und man konnte einen Schinken mit Würfeln gewinnen.

 

 
Hinter dem Borchertring war eine Wiese, auf der wir mit Nachbarn gerne zur Sommersonnenwende ein Feuer machten.


Oft waren wir auch an der Elbe in Wittenberge oder an der Hetlinger Schanze.


 

Wir sangen die Lieder der Zeit. Mull of Kintyre, Ellen Betrix Blues, Heart of Gold - bis es wieder hell wurde.    


Der lange Weg vom Bramfelder See führt zum Zentrum von Steilshoop



 


In der Mitte eines steinernen Forums auf dem langen Weg zum Zentrum stand ein drehendes rundes Kunstobjekt.

 

 
  

 


 Es gab eine 'Mietergemeinschaft Steilshoop' in der ich mich angagierte.

 

 Neben der Tätigkeit in der rechtlichen Beratung zeichnete ich regelmäßig Cartoons mit dem Titel: 'Bernhards kleine Welt' für unsere Mieter-Zeitung.

 


Hunde waren auch damals schon ein Thema der Gemeinschaft.


Auch nach 30 Jahren scheint der Sinn des Kunstwerkes, das wir von unserem Balkon (oben) sahen konnten, nicht offenbar

 

 Am Träger verrostet fiel es Ostern 2006 einfach auf den Boden.

 


Ja, Hunde waren auch damals schon ein Thema der Gemeinschaft.


 


 Wir hatten nie einen Hund; wir hatten 16 Jahre lang einen Kater namens Herrmann.

 

Es war schön mit ihm.


Manche Mieter waren echt verzweifelt.

 
Aber es gab zu der Zeit auch erfreuliche Abende, am Sperrmülltag.



Olaf Hanik war die Seele des Mietervereins
 


Hohe Mieten waren das Thema.


Trotzdem reichte das Geld machmal für einen Urlaub im Süden.


Die Miete war das Thema


Natürlich war auch die große Politik das Thema. 


Als wieder einmal das Benzin teurer wurde, gab es vermehrt Fahrgemeinschaften.


Wenn viele Menschen eng zusammen leben, gibt es immer Probleme - aber auch Lösungen.

 

 

 

Heute


Die Bäume sind gewachsen.

 


Wir radeln oft am See entlang über der großen Parkfriedhof in das Tal der Alster.


Neben dem kleinen Fluß, der vom Parkfriedhof in den Bramfelder See fließt, ranken große Bäume bis in das Wasser.  

Das Alstertal ist ein Natur-Paradies.


Die Bäume sind gewachsen. Sie zeigen sich auch stolz im Winter.

 

 
2007 waren wir im Brakula im
Bramfelder Kulturladen


Wir leben gerne hier.
 


 

 

 

 

 

 

 

volker doormann  - 2008